Kaffeebohnen duften frisch geröstet einfach herrlich, sb
Kaffeebohnen

11 Tipps für den perfekten Filterkaffee

Filterkaffee liegt im Trend. Wer seinen Kaffee selber aufgießt, kitzelt das perfekte Aroma aus den Bohnen heraus. Mit den Barista-Tipps für den Home Brew gelingt das ultimative Kaffee-Erlebnis.

Hier erfahren Sie alles über Lagerung, Kaffeesorten und das Röstverfahren. Und für den Überblick geht es hier zum Kaffee-Lexikon.

1. Bohnen-Wahl

Verzichten Sie auf Kaffee aus dem Supermarkt. Die Kaffee-Rösterei vor Ort hält wahre Schätze bereit, die frisch geröstet sind. Gut zu wissen: Die meisten Röstereien setzen auf Bio- und Fair Trade. Ob sortenreiner Kaffee oder die abgestimmte Mischung - Ihr persönlicher Geschmack zählt. Manchmal lässt sich der Kaffee auch im Laden verkosten, von Arabica über Robusta, vom Edelkaffee Kopi Luwak bis zum Ehrenfelder Espresso aus Köln. Ansonsten empfiehlt sich eine Beratung. Tipp: Kleine Portionen kaufen, um den Kaffee immer möglichst frisch daheim zu haben.

2. Frisches Wasser verwenden

Das Wasser macht den Kaffee: pH-Wert und enthaltene Mineralien (entspricht der Härte) wirken sich auf den Geschmack des Kaffees aus. Wer möchte, nutzt für das eher harte Kölner Trinkwasser einen Wasserfilter oder nimmt stilles Mineralwasser für die edlen Bohnen. Eine Prise Natron macht das Wasser zusätzlich weich. Die Meinungen der Experten gehen auseinander – probieren Sie selbst aus, was Ihnen schmeckt. Empfohlen wird außerdem "frisches", sauerstoffreiches Wasser. Dazu abgestandenes Wasser aus der Leitung kurz ablaufen lassen und erst dann frisches kaltes Wasser in den Filter beziehungsweise den Wasserkocher füllen. 

3. Die Kaffeemühle ist Liebling des Home-Baristas

Am besten schmeckt Kaffee aus ganz frisch gemahlenen Bohnen. Omas alte Kaffeemühle ist gut, doch ein Mahlwerk aus Keramik in den modernen Varianten sind ideal für den Home-Barista. Für den Aufguss durch einen Filter ist ein mittlerer Mahlgrad perfekt. Wenn das Pulver direkt aufgegossen werden soll (z.B. beim
French Press), die Bohnen grob mahlen. Zu fein gemahlener Kaffee kann bitter schmecken, weil sich die Bitterstoffe beim Aufguss leichter lösen.

Espresso aus Italien, sb
Espresso-Maschine mit zwei Tassen
Rösterei Schamong, bk
Kaffee-Gerät Siphon
Kaffee des Rennfahrers Nannini, sb
Dose mit Kaffee

4. Das Wasser – heiß aber nicht kochend

Das Geheimnis eines guten Kaffees liegt auch in der Wassertemperatur: 92 bis 96 Grad sollte das Wasser heiß sein. Faustregel: Das Wasser aufkochen und eine Minute vor dem Aufguss stehen lassen. Wussten Sie, dass kochendes Wasser den Kaffee bitter bis verbrannt schmecken lässt, kühleres Wasser dagegen die Säure betont?

5. Keine Chance dem Papp-Geschmack

Profi-Tipp: Den Kaffeefilter aus Papier zunächst mit heißem Wasser übergießen und diesen Aufguss in den Ausguss schütten. Das entfernt feine Papierfasern. So bleibt der Kaffee frei von "Papp-Aroma". Erst nach diesem Spülgang das Kaffeepulver in den unteren Teil des Filters geben.

6. Die richtige Menge

Wie beim gesamten Kaffee-Zauber gilt: Finden Sie Ihr persönliches Geheimrezept und experimentieren Sie! Als Anhaltspunkt gilt: Etwa 12 Gramm Kaffeepulver für einen Becher Kaffee (0,185 Liter) verwenden. Eine Tasse erfordert etwa 7 bis 8 Gramm Kaffeepulver. Eine Waage oder ein Kaffeemaß helfen beim Dosieren.

7. Anbrühen – der Kaffee blüht auf

Mit "Blooming" bezeichnen Baristi (Kaffee-Profis) das klassische Anbrühen des Kaffees. Dazu etwas heißes Wasser auf das Pulver geben, bis es leicht aufquillt. Das Blooming erleichtert das Lösen der Aromastoffe (Extraktion).

Mirko Schamong röstet Kaffee, bk
Mirko Schamong schüttet Kaffeebohnen in einen Röster
Blick in das Auffangsieb, bk
Blick in die Auffangsieb des Rösters
Vielfalt in den Kölner Röstereien, bk
Blick auf die Behälter im Laden, in denen der Kaffee angeboten wird

8. Richtig aufgießen

Jetzt geht's los: Das heiße Wasser von innen nach außen kreisend auf das Pulver gießen. Die Mischung eventuell vorsichtig mit einem Löffel umrühren ohne dabei den Filter zu berühren. Das Wasser sollte immer etwas über dem Kaffee stehen. Beim Nachgießen wieder kreisförmig arbeiten. Dabei beachten, dass das Wasser nie höher steht als der vorige Füllstand.

9. Kurzer Kontakt

Kaffee ist bekömmlicher, wenn das Kaffeepulver eher kurz im heißen Wasser bleibt. Bei langem Durchziehen lösen sich magenunfreundliche Säuren. In French Press-Kannen und anderen direkten Aufgüssen den Kaffee daher nach einer kurzen Ziehzeit abfiltern und sofort genießen. Die Reste sofort in eine Thermoskanne umfüllen.

10. Cold Brew: Kaffee kalt aufbrühen

Testen Sie den sogenannten Cold Brew: 100 Gramm Kaffee grob mahlen und mit 1/2 Liter kaltem Wasser ansetzen. 12 Stunden abgedeckt stehen lassen. Dann durch einen Filter geben. Den Kaffee-Extrakt gut verschlossen im Kühlschrank lagern. Den Extrakt portionsweise mit heißem Wasser aufgießen. Dazu einen Teil Extrakt mit zwei Teilen Wasser mischen. Der Cold Brew gilt als aromareiche Alternative zum heißen Kaffee-Ansatz. Professionell gelingt der Cold Brew mit einem speziellen Glasgefäß namens
Cold Dripper als Aufguss-Hilfe. Der Trend kommt übrigens aus Asien.

11. Wie lagere ich meinen Kaffee?

Kaffee behält sein Aroma bestmöglich, wenn er dunkel und kühl lagert. Konkret: Am besten sehr gut verschlossen in der Originalverpackung im Kühlschrank aufbewahren. Bitte nicht offen in den Kühlschrank legen oder in Blechdosen umfüllen. Das mindert den Geschmack. Generell am besten nur kleine Portionen Kaffeebohnen kaufen. Erst bei Bedarf die benötigte Portion frisch mahlen.

Text: Birgit Kleber

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Kopi Luwak-Kaffee

Die Bohnen des Kaffees aus Indonesien für rund 30 € pro 100g haben Schleichkatzen namens Fleckenmusangs in Käfigen verdaut. Manche schwören auf den besonderen Geschmack des Kopi Luwak durch Verdauungsenzyme. Andere setzen auf die tierische Bohnenauswahl. Denn die Schleichkatzen fressen nur die besten Kaffeekirschen. Doch das geht nur in Freiheit. Die Käufer stört das nicht: Hauptsache exotisch.

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