Frings auf dem Cover des Buchs von Bachem
Frings auf dem Cover des Buchs von Bachem

Josef Frings, der rheinische Kardinal

Im Verlag Bachem ist ein neues Buch erschienen über den legendären Kardinal Josef Frings. Mit vielen Dokumenten, Informationen von Zeitzeugen und einem  beachtlichen Bildmaterial.

"Unsere Welt braucht Vorbilder: Der rheinische Kardinal Josef Fings ist ein solches Vorbild". Das schreibt Autor Friedhelm Ruf in seinem Vorwort. 512 Seiten pralles Wissen voller Anekdoten, Analysen und Kuriositäten bietet der Band. Josef Frings (* 1887 in Neuss † 1978 in Köln) kennen viele noch als Kirchenmann, der den Kölnern unmittelbar nach dem Krieg wegen der Not das Stehlen von Heizkohle und Lebensmitteln zugestand. Fringsen heißt das Wort bis heute: Organisieren.

Silvesterpredigt 1946

Legendär ist die Silvesterpredigt, in der Frings dies sagte. Wörtlich: "Wir leben in Zeiten, da in der Not auch der Einzelne das wird nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit notwendig hat ..." Zu dem Zeitpunkt war der Kirchenmann den Kölnern bereits bestens bekannt. Schon 1913 war er als Kaplan in Köln Zollstock aktiv, im Mai 1942 wurde er Kölner Erzbischof und blieb dies bis 1969. Die ganze Predigt übrigens ist wörtlich im Buch abgedruckt.

Frings im Jahr 1942
Josef Frings 1946. Bild: Stadtarchiv Neuss

Der Rebell von Köln

Frings war ein Seelsorger, Diplomat und Brückenbauer, schreibt der Autor. Die Kölner liebten ihn, BAP brachte ihn auf das Cover einer Schallplatte und er selbst lud Gäste zum Hauskonzert ein und packte die Geige aus. Vor allem aber prägte er die Kirche mit seinem rheinischen, lockeren Geist. Beim II. Vatikanischen Konzil (1962-1965) brachte er konservative Kollegen so in Rage, dass sein italienischer Kollege Ottaviani vor Wut Schnappatmung bekommen haben soll. Die Medien dagegen kamen bestens mit ihm klar. So schrieb die Wochenzeitung ZEIT einmal, Frings sei ein moderner Würdenträger, der sich weltlich gebe, um die Welt christlicher zu machen. Und auch Kinder interviewten ihn gerne. 1972 sprach er beispielsweise mit fünf Pänz im WDR. Frage: Was essen Sie gerne, Herr Kardinal?. Antwort: Dat lekkerste Essen ist Stockfisch mit Zwibbelezauß (Zwiebelsauce).

Überzeugende Dokumentation

Das Buch widmet sich den einzelnen Lebensetappen des Kirchenmannes und liefert dabei auch bestes Bildmaterial von seiner Kindheit (er hatte acht Geschwister), seinem Engagement für Lateinamerika mit dem Hilfswerk MISEREOR, seinem Kölnspaziergang mit Adenauer und seinem Bad in der Menge. Und seinem Dienstwagen, ein dicker schwerer Benz.(tb)

Details zum Buch

Autor: Friedhelm Ruf
Herausgeber Josef Kardinal Frings-Gesellschaft
Preis: 29.95 €
512 Seiten
Verlag: Bachem
Erschienen: August 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3761629516
ISBN-13: 978-3761629512

©  2016 Redaktion Köln  

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