Marion Kranen, Irene Schoor: Kino in Köln, Von Wanderkinos, Lichtspieltheatern und Filmpalästen, emons Verlag
Marion Kranen, Irene Schoor: Kino in Köln, Von Wanderkinos, Lichtspieltheatern und Filmpalästen, emons Verlag

Kino in Köln – Buchrezension

Das Buch aus dem emons-Verlag ist eine gelungener Mix aus Bildband und spannenden Geschichten. Es erzählt vom Glanz der großen Kölner Lichtspielhäuser, von der allerersten Vorführung am Augustinerplatz, den Wanderkinos und Filmpalästen.

Mit wunderbaren historischen Bildern und viel Liebe zum Detail laden die beiden Autorinnen Marion Kranen & Irene Schoor zu einer Reise durch 120 Jahre Kinogeschichte in der Domstadt. Die gebundene Ausgabe hat 360 Seiten und kostet 24,95 Euro.

Kinostart in Köln: Stollwerck und die Gebrüder Lumière

Köln Kinogeschichte beginnt offiziell am 20. April 1896 in einem Saal am Augustinerplatz 12. Gleich zwölf Filme mit nur 50 Sekunden Laufzeit konnten die ersten Zuschauer bewundern. Und weil es noch kein richtiges Wort für die neue Technologie gab, hießen sie schlicht Lebende Photographie. Apparat nebst ersten legendären Streifen namens "La Mer", "Le Train" oder "La Sortie de l´Usine Lumière" stammten von Pionieren der Filmtechnik: den Gebrüdern Lumière aus Frankreich.

Bilder vom ersten Spielort, einer Kinokarte der ersten Stunde für damals stolze 50 Pfennig und einer Zeichnung des damals benutzten Projektors erfüllen die Geschichte mit Leben. Ebenso die Schilderungen des damaligen Stadtanzeigers vom Tag nach der Premiere, der die überraschende Natürlichkeit der Szenen lobte. Und natürlich erfahren die Leser auch, wem die Domstadt den frühen Kino-Segen verdankt: Ludwig Stollwerck.

Kölns erste Kinokarten: so teuer wie zwei Liter Bier

Auch wenn das Buch insgesamt gelungen ist, fehlt an manchen Stellen Hilfe beim Einordnen oder Nachvollziehen für den Leser. Beispielsweise bei den Eintrittspreise für die ersten Vorstellungen (S. 16). 50 Pfennig bzw. eine Mark klingen für uns erst mal wenig. Ihr wahres Ausmaß zeigen solche Zahlen jedoch erst im Vergleich. Denn damals, ergab unsere Recherche - verdiente ein Hafenarbeiter in Hamburg gerade 61 Mark brutto im Monat, das Kilo Schweinefleisch kostete etwa 1,50 Mark, ein Liter Bier rund 25 Pfennig.

Auch Bilder, wie das der Königin Augusta Passage (S. 23), geben Rätsel auf. Einst war sie eine der größten Einkaufspassagen Deutschlands. Zumindest ein Hinweis darauf und auf ihre Lage (Hohe Straße Ecke Brückenstraße) wäre schön gewesen.

Kino in Köln: nostalgische Lesespaß

Die cineastische Zeitreise führt chronologisch durch die Geschichte, erzählt von Filmpalästen und goldenen Zeiten genauso wie vom Niedergang, von NS-Zeit und vom ersten Kölner Multiplexkino, dem Cinedom für seinerzeit stolze 105 Millionen Mark, dessen Wände noch heute die Stars und Sternchen der Filmgeschichte in Überlebensgröße zieren.

Fait: Ein tolles Buch für Cineasten, Kölner, Imis und alle, die einfach mal auf einem historischen Lese-Spaziergang die Domstadt, ihre Kinos, große Filme und kleine Geschichten erkunden und dabei vielleicht die eine oder andere eigene Erinnerung Revue passieren lassen wollen. Lesens-, aber vor allem sehenswert. (sb)

Bestell-Informationen

Kino in Köln, Von Wanderkinos, Lichtspieltheatern und Filmpalästen
emons Verlag
Mai 2016
360 Seiten
Hardcover
ISBN-13: 978-3954518692

24,95 Euro

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