Michael H. G. Hoffmann, Prälat Gerd Bachner, Autor Robert Boecker und Dom- und Stadtdechant Monsignore Robert Wagner (v.l.n.r.), tb
Michael H. G. Hoffmann, Prälat Gerd Bachner, Autor Robert Boecker und Dom- und Stadtdechant Monsignore Robert Wagner (v.l.n.r.)

Kölner Dom: Geschichten & Geheimnisse

Im Kölner J. P. Bachem Verlag ist ein neues Buch um und über den Kölner Dom erschienen. „Ich fürchte, Herr Pfarrer, wir sind bestohlen“ ist eine gelungene Mischung aus eindrucksvollen Bildern und teils kuriosen, manchmal heiteren, oft nachdenklich stimmenden Geschichten, aus Bräuchen und Verzällcher rund um Kölns einzigartige gotische Kathedrale. Der Band umfasst 128 Seiten und kostet im Handel 24,95 €.

Das Register 35 der Orgel (LOS JON), die Verbrennung der Judas-Perücke zu Ostern, die Geschichte vom Dom-Kran oder der gestohlenen Blutreliquie von Johannes Paul II: Boecker hat die Geschichten mit profundem Hintergrundwissen aufgeschrieben - auch für Nicht-Kölner. Ein wunderbares Buch zum Verschenken oder Schenken lassen.

Sammelleidenschaft Dom

Autor Robert Boecker ist seit 2012 Chefredakteur der Kirchenzeitung des Erzbistums Köln. Und er sammelt leidenschaftlich alles um den Kölner Dom, erzählt er. Grafiken, Medaillen, Bücher, Fotos, … So ersteigerte er auf einer Auktion in Süddeutschland vor rund 20 Jahren eine Fotografie vom unvollendeten Doms (S.86/87). Der Fotopionier Johann Franz Michels hatte sie am 29. Juni 1853 angefertigt. Die erste Total-Aufnahme des Bauwerks kostete Boecker rund 250 DM. Kurios: Das Kölner Stadtmuseum hatte kurz vorher selber eine der wenigen Michels-Aufnahmen erstanden – in schlechterer Qualität und für den 20fachen Preise, nämlich rund 5000 DM.

Mer losse d´r Dom in Kölle

Sogar viele Kölner halten das „spezielle Register“ der Dom-Orgel für ein Gerücht. Doch es ist wahr und der Autor beweist das sogar mit zwei Fotos. Es trägt die Nummer 35 mit der Aufschrift „LOS JON“. Wie es dort hinkam, erzählt Boecker ab S. 50. Was es auslöst erfahren die Besucher jeweils bei der ökumenischen Feier der Kölner Karnevalsgesellschaften vor der Proklamation des neuen Dreigestirns und nach der Zehn-Uhr-Masse am Karnevals-Sonntag: Ein geschnitzter Narr kommt aus der Orgel und das Instrument spielt „Mer losse d´r Dom in Kölle“ von den Höhnern.

Gerhard Richter sieht sein Fenster im Kölner Dom zum ersten Mal, J. P. BAchem Verlag
Gerhard Richter sieht sein Fenster im Kölner Dom zum ersten Mal, J. P. BAchem Verlag

Zwei Euro für den Dom

„Ich denke, Herr Boecker, wir sind beschenkt“, sagt Monsignore Robert Kleine bei der offiziellen Buchvorstellung zum Autor. Und tatsächlich stimmt das gleich in doppelter Weise. Denn neben den Lesern profitiert auch der Zentral-Dombau-Verein: Von jedem verkauften Exemplar bekommt er 2 € als Spende. Die geht natürlich in den Erhalt des Bauwerks mit rund 800 Jahren Geschichte und seinen nie endenden Baustellen.

Fazit "Ich fürchte, Herr Pfarrer, wir sind bestohlen"

Wunderbare Bilder, wie das von Gerhard Richter, der zum ersten Mal sein Fenster sieht. Geschichten vom Stuhl aus dem Holz des Domkrans und seiner Reise um die Welt oder den drei Mosaiksteinchen in Blau, Grün und Gold, die ein Dame aus den USA einst von einem Arbeiter im Dom geschenkt bekommen haben soll. Boecker zieht den Leser in einen Bann aus historischem Fachwissen, eingepackt in Anekdoten und Geschichten. Ein Muss für Kölner, Imis und alle, die e Hätz för Kölle und d´r Dom han. (sb)

Praktische Infos

"Ich fürchte, Herr Pfarrer, wir sind bestohlen"
Kölner Dom. Geschichten und Geheimnisse

Gebundene Ausgabe, 128 Seiten

J.P. Bachem Verlag

ISBN: 978-3-7616-3043-3

24,95 €

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