Werbeplakat um 1960
Werbeplakat von Klosterfrau-Kapseln um 1960

Kölsche Nostalgie: Das Buch Made in Cologne

Was haben afri-cola, SPEX und Opecta gemeinsam? Sie alle sind Produkte der Domstadt. Im April 2015 ist das Buch Made in Cologne über Kölner Marken in 2. Auflage aktualisiert und stark erweitert auf den Markt gekommen.

Am Anfang war der Qualitätssiegel namens Kölner Brand mit den drei Krönchen. Schon im 14. Jh. markierten die Kölner damit ihre geprüften Waren. Und weil sie doch fleißiger sind, als die Heinzelmännchen-Sage einem so vorgaukelt, haben sie auch danach noch so einiges auf den Markt gebracht: Parfums, Rillenkoffer, Kondome, Zigarren, n-tv und Motoren.

Botteram-Fernsehwerbung
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Ford Taunus mit Kölschwappen
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Musikzeitschrift, Brausegetränk, Eingemachtes

Nein, Köln hat nicht nur Traktoren und 4711 erfunden, sondern auch afri-cola. 1931 hat es der Domstädter Kurt Flach als Marke eintragen lassen und der Welt verkündet: immer erfrischend. Die kölsche Antwort auf Coca-Cola bekam den Stammsitz in Braunsfeld. Bis heute sehen die Flaschen nach Retro aus, doch Hersteller ist seit 1999 die süddeutsche Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG. Schon in den 20ern wiederum entstand Opekta für selbstgemachte Marmeladen und Gelees. Die Firma verkaufte Gelierzucker, Rezeptbücher und Topfuntersätze an die Hausfrau. 1995 hat Oetker die Firma übernommen, was lustig ist. Denn Gründer Robert Feix hatte zunächst versucht, die Idee genau Dr. Oetker anzubieten. Ohne Erfolg. Und dann haben wir noch Spex, die kultige Musikzeitschrift der 80er, unter anderem gegründet von Peter Bömmels. Es ging um Punk, New Wave und natürlich Neuentdeckungen. So waren es die Redakteure aus Köln, die erstmals auf Deutsch über Madonna schrieben.

Junkers JU 52 mit Kofferwerbung
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Historisches Kölner Brandsiegel
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Gut illustriert

Das Buch ist als Kooperation des Kölnischen Stadtmuseums und der Stiftung Rheinisch-Wesphälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln entstanden. Die Gerling-Versicherung kommt genauso vor wie der WDR, Stollwerk-Schokolade und das Kölsch. Die Geschichte des Bachemverlags ist dabei, der Könemann-Verlag aber nicht. Saturn kommt vor, und die Deutz-Werke sowieso. Die Texte sind gut geschrieben, die ist Schrift allerdings klein und die Zeilen ungewöhnlich breit. Dafür überzeugt der Band mit hervorragenden Illustrationen, gutem Papier und sehr gutem Druck.

Fazit: ein sehr originelles Geschenk für Köln-Fans.

Kölscher Kaffee Schamong
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Klosterfrau
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Infos zum Buch

Titel: Made in Cologne
Herausgeber: Mario Kramp, Ulrich Soénius
Preis: 19,95 €
Seiten: 176
Verlag: J. P. Bachem
2. Auflage: April 2015
ISBN-13: 978-3761627501

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