Ananas-Erdbeeren oder Pineberrys sind weiß bis rosa oder zart violett, sb
Ananas-Erdbeeren, Pineberrys, weiße Erdbeeren

Im Test: Weiße Ananas-Erdbeeren, Pineberrys

Sie sehen aus wie kleine Erdbeeren. Aber statt leuchtend rot sind sie weiß bis rosa oder zart violett mit roten Pünktchen. Neuerdings gibt es sie in gut sortierten Supermärkten oder auf Märkten: in kleinen Päckchen und zu exorbitanten Preisen. Der Name verspricht Ananasgeschmack und Exotik - optisch sind die weißen Erdbeeren allemal ein echter Hingucker. Doch was können die kleinen Früchte wirklich?

Köln Reporter hat den Test gemacht und ein Mini-Schälchen im Supermarkt um die Ecke erworben. Die Verkäuferin an der Kasse erzählte, das sei keine neue Züchtung. Die Sorte sei alt - etwa wie die rot-violette Urmöhre - und mit den Jahren in Vergessenheit geraten. Und nach Ananas solle sie tatsächlich schmecken.

Rund zehn mal teurer als rote deutsche Erdbeeren

Mit etwa 3,80 Euro (rund 30 Euro/Kilogramm) waren unsere 125 g Pineberrys aus Deutschland im Supermarkt circa 10 mal teurer als eine Schale mit 500 Gramm deutschen roten Erdbeeren (rund 3,20 Euro/Kilogramm). Und beim Discounter mussten wir für 500 Gramm Erdbeeren - ebenfalls rot und aus Deutschland - sogar nur um die 1,40 Euro (2,80 Euro/ Kilogramm) bezahlen.

Dafür liegen die weißen Erdbeeren luftig in der Plastikschale - ohne Druckstellen. Das ist bei der normalen Supermarkt-Ware zwar auch der Fall. Aber hier fehlt der Plastikdeckel. Die Qualität ist aber trotzdem in Ordnung. Alle Beeren sind etwa gleich groß. Nur zwei haben schon Druckstellen. Überraschend gut sehen die Erdbeeren vom Discounter aus. Zwar sind sie unterschiedlich groß, aber von Druckstellen keine Spur und für den Transport ist die Plastikschale mit einem Deckel geschützt.

Saftig, rot und süß-aromatisch - die wahre Verführung: Rote Erdbeeren
Rote Erdbeeren

Hmmm, schmeckt das erdbeerig?

Beim Geschmackstest fallen die Ananaserdbeeren glatt durch. Nur die Hälfte ist wirklich reif. Die anderen Beeren sind süß - mit einer frischen säuerlichen Note. Doch von Ananas-Aroma keine Spur. Der Erdbeergeschmack ist deutlich, kann aber mit einer reifen roten Frucht nicht mithalten. Und von der Geschmacksexplosion einer wilden Walderdbeere sind unsere Pineberrys mindestens so weit entfernt, wie der Mars von der Erde. Und auch der Geruch der weißen Ananasbeeren ist sehr dezent - erdbeerig, ohne eine Spur von Ananas.

Discounter- und die Ware aus dem Supermarkt schneiden bei unserem Test etwa gleich gut ab. Beide schmecken voll aromatisch und nach dem was sie laut Etikett sind: Erdbeeren. Optisch ist die weiße Ananaserdbeere ein Eyecatcher - aber nur, weil sie neu ist und darum auffällt. Doch der Effekt ist rasch vorbei. Das leuchtende Rot einer großen saftigen Erdbeeren schmeichelt dem Auge deutlich mehr. Verspricht es doch Reife und damit saftig süßen, vollmundigen Geschmack.

Erdbeeren: echte Steinzeit-Delikatessen

Im botanischen Sinn sind Erdbeeren Sammelnussfrüchte. Die eigentlichen Früchte sind die kleinen gelb-grünen Nüsschen auf der Fruchtoberfläche. Kleine wilde Erdbeeren gehörten schon in der Steinzeit zur Nahrung unserer Vorfahren. Noch heute wachsen sie wild oder auch in heimischen Gärten. Und wer sie einmal probieren durfte, lässt jede große Gartenerdbeere sicher links liegen. Denn die Minifrüchte liefern eine wahre Aroma-Explosion auf Zunge und Gaumen.

Unsere heutigen Erdbeeren kommen aus Amerika. Siedler brachten die großen Früchte nach Europa und kultivierten sie. Eine besonders große fruchtige Sorte züchten Holländer seit dem 18 Jahrhundert: Fragaria ananassa. Nach diesem lateinischen Namen sind einige große Sorten teilweise bis heute in im süddeutschen Raum und Österreich bekannt als Ananas, Ananasbeere oder Ananas-Erdbeere - obwohl sie weder wie die Südfrucht schmecken, riechen noch aussehen.

Erdbeeren für Allergiker?

Weiße Erdbeeren - da hatte die Verkäuferin im Supermarkt Recht - sind in Europa ebenfalls seit dem 18 Jahrhundert bekannt. Angeblich waren sie sogar die ersten Zuchterdbeeren. Doch haben sie sich nie so gut verkauft, wie ihre prallroten, großen Schwestern. Jetzt starten die weißen Sorten ein Comeback. Übrigens:Auch wenn sie so aussehen, weiße Erdbeeren sind keine Albinos.

Manche weiße Erdbeer-Sorten sind angeblich sogar für Allergiker geeignet. Denn ihnen soll das Protein Fra a1 fehlen, welches den Betroffenen zusetzt. Doch zur Sicherheit sollten empfindliche Menschen auch diese Sorten besser meiden oder vor dem Verzehr mit ihrem Arzt sprechen.

Fazit: Lieber saftig rote Erdbeeren zum kleinen Preis

Weiße Erdbeeren bzw. Pineberrys konnten in unserem Test nicht überzeugen. Alleine die Optik erhaschte Aufmerksamkeit. Für Erdbeeren war der Geschmack o.k. - aber auch nicht mehr. Ananas-Aroma konnten wir weder riechen noch schmecken. Den rund zehnfachen Preis gegenüber normalen roten Erdbeeren konnte unsere Probe keinesfalls rechtfertigen.

Wir meinen: Pineberrys für rund 3,80 Euro/Kilogramm machen hauptsächlich die glücklich, die daran verdienen. (sb)

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