Auch Modeläden mögen keine Motten, © tb
Zwei Frauen in einem Modeladen

Top-Tipps gegen Fruchtfliegen, Motten und Co

Ihhh, wie das krabbelt, huscht und flattert in der Wohnung. Fruchtfliegen stürzen sich aufs Lieblingsobst, das Mehl zieht Fäden und im Schrank fressen die Motten gerade Mamas geerbten Nerzmantel auf. Köln Reporter rückt den fiesen Mitbewohnern mit Omas Hausmitteln an den Kragen. Und zwar ohne unnötige Chemie.

Hier kommen unsere elf Top-Tipps gegen Silberfische, Lebensmittelmotten und Co. - schnell, preiswert und wirksam:

1. Lebensmittelmotten bekämpfen

Gespinste und Fäden in Mehl, Tee und sogar Gewürzen? Schuld sind vermutlich Lebensmittelmotten. Sind sie erstmal geschlüpft, fliegen die hellbraunen Viecher behäbig in der Wohnung herum. Ins Haus kommen sie meist mit dem Einkauf und dann sind weder Reis, Semmelmehl noch Kaffee vor dem Ungeziefer sicher. Manche Motten nisten sogar unter schlecht verklebten Tapeten.

Lösung

Abhilfe schaffen sogenannte Pheromonfallen aus der Drogerie. Aufstellen und regelmäßig austauschen. Nach ein paar Tagen sind die Motten weg. Vorerst. Die Fallen locken geschlechtsreife Männchen an, beseitigen aber nicht die Brut. Darum nach fünf Wochen erneut eine Falle aufstellen. Denn dann schlüpft der Nachwuchs. Befallene Lebensmittel gehören natürlich sofort in den Müll. Gegen die Nester hinter der Tapete hilft der Föhn. Die Hitze macht den Larven den Garaus. Und wer eine fliegende Motte erwischt, schlägt sie besser sofort tot. Tierliebe ist hier wirklich fehl am Platz.

Öko-Bewusste besorgen sich im Fachhandel Flugwespen (Trichogrammen). Die legen ihre Eier in die Larven. Dann ist Schluss mit dem Mottenleben. Wenn die kleinen Wespen keine Larven mehr finden, verschwinden die ansonsten harmlosen Insekten schnell. Sie sind außerdem so klein, dass sie nach ihrem Tod keine sichtbaren Spuren hinterlassen.

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2. Silberfische bekämpfen

Silberfische sind meist harmlos, manchmal sogar nützlich. Die kleinen Krabbler glänzen silbrig grau und fühlen sich besonders in Bad und Keller wohl. Sie lieben feuchte Räume. Milben sind ihr Leibgericht. Leider gehen sie auch an Wollteppiche und Lebensmittel. Darum besser direkt erschlagen und die Brut- und Rückzugsstellen beseitigen. Das sind beispielsweise lockere Fußleisten, lose Tapeten oder Gegenstände, unter denen sich die kleinen Schädlinge verkriechen. Übrigens: Silberfische sind ein Warnhinweis für ein zu feuchtes Raumklima.

Lösung

Erste Regel gegen Silberfische: Lüften, und zwar richtig. Am besten dreimal täglich fünf Minuten alle Fenster gleichzeitig öffnen. Das sorgt für ein gutes Raumklima, beugt Schimmel vor und senkt sogar die Heizkosten. Klar bieten auch Drogeriemärkte kleine Helfer an. Klebefallen mit Lockstoffen wie Pheromonen und Fress-Lockstoffen ziehen Silberfische magisch an. Und in wenigen Tagen ist Schluss mit dem silbrigen Gekrabbel.

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3. Fruchtfliegen bekämpfen

Hmm, frisches vollreifes Obst. Das mögen nicht nur wir, sondern besonders gerne auch die winzig kleinen Fruchtfliegen. Leider kommen sie gerne in Massen und bleiben, jedenfalls solange sie Nahrhaftes in der Wohnung finden. Die kleinen Untermieter sind jedoch alles andere als harmlos. Nach dem Festschmaus ruhen sie sich gerne an der Zimmerdecke aus. Dort hinterlassen sie fiese dunkle Spuren. Und dann helfen nur noch Malerpinsel und reichlich Farbe.

Lösung

Abhilfe schafft ein Eierbecher oder Schnapsglas mit folgendem Inhalt: ein Teil heller Essig, ein Teil Wasser, ein Tropfen Spülmittel. Fruchtfliegen können dem Geruch nicht wiederstehen. Das Spülmittel senkt zusätzlich die Oberflächenspannung der Flüssigkeit. Folge: die kleinen Insekten sacken ein und ersaufen. Wichtig dabei: öfter mal die Flüssigkeit austauschen und darauf achten, dass kein Essig am oberen Rand haftet, wo die Fruchtfliegen ungefährdet sind. Heller Essig ist besser als dunkler, denn darin sehen Sie nicht, ob die dunklen kleinen Biester an der Oberfläche schwimmen.

Genauso gut funktioniert übriges ein aufgelöster Gebissreiniger-Tab. Und für menschliche Nasen riecht der sowieso viel besser als säuerlicher Essig.

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4. Motten bekämpfen

Löcher in Wollmantel oder Kaschmirpullover? Meist haben sich Motten mit den Naturfasern den Bauch vollgeschlagen und wollen mehr. Wer die kleinen Flugtiere liebt, legt noch ein paar Schafwollsocken und echten Pelz dazu. Alle anderen sorgen für Hygiene, den richtigen Duft und ein paar natürliche Feinde.

Lösung

Omas Tipp: Lavendel. Motten mögen den Geruch nicht und nisten sich gar nicht erst ein. Entweder ein kleines Säckchen mit getrockneten Lavendelblüten oder ein in Lavendelöl getränktes Zedernholzstückchen in den Schrank legen. Schon bleiben die Lieblingsklamotten verschont.

Wenn die Motten allerdings schon da sind, ist guter Rat nicht unbedingt teuer. Auch für Kleidermotten bieten Drogeriemärkte spezielle Pheromonfallen an. Die ziehen allerdings nur Männchen an. Darum müssen sie über etwa vier Monate im Schrank bleiben. Nur so erwischt es auch die nachrückende Mottengeneration. Wer Nester findet, rückt ihnen am besten mit dem Föhn zu Leibe. Die Hitze tötet die Brut.

Schlupfwespen sind die natürlichen Feinde von Lebensmittel- und Kleidermotten. Mit ihnen verschwinden die fiesen Falter ganz ohne Chemie. Einfach Trichogrammen (so heißt die Art) im Fachhandel besorgen. Die legen ihre Eier in die Mottenlarven. Schluss ist mit den ungeliebten Mitbewohnern. Die Flugwespen verschwinden selbstverständlich nach getaner Arbeit wieder. Weil sie so winzig sind, hinterlassen sie nach ihrem Ableben auch keine hässlichen Spuren

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5. Holzwürmer bekämpfen

Beim Geruch alter Holzschränke läuft den gleichnamigen Würmern sprichwörtlich das Wasser im Mund zusammen. In Null Komma Nix fressen sie sich durch. Dabei hinterlassen sie kleine Tunnel, die ein bis zwei Millimeter groß auf der Oberfläche sichtbar sind. Und das ist nicht alles: Die Viecher schmutzen auch. Noch aktiv, hinterlassen sie jede Menge Bohrmehl. Ohne schnelle Abhilfe ist das gute Möbelstück schnell hinüber.

Lösung

Vorbeugen ist natürlich die beste Lösung. Holzwürmer mögen am liebsten unbehandeltes Holz. Darum den Naturrohstoff immer lackieren, beizen oder anderweitig schützen. Sind sie aber schon drinnen, helfen neben Chemie auch Eicheln: Holzwürmer lieben sie. Dem Geruch können sie einfach nicht widerstehen. Eine Schale mit frischen Waldfrüchten neben dem betroffenen Holzgegenstand legen und schon wandern die Schädlinge hinein. Jetzt nur noch regelmäßig die Eicheln austauschen, bis die Plage beseitigt ist.

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6. Blattläuse bekämpfen

Die Zimmerpflanzen bekommen braune Stellen oder verkrüppelte Blätter? Und dann sind da auch noch so komische Punkte auf dem Gewächs? Die Ursache sind in der Regel Blattläuse. Sie entziehen der Pflanze sämtliche Lebensenergie. Ohne Behandlung geht das Zimmergrün früher oder später ein.

Lösung

Meist hilft eine kräftige Dusche mit lauwarmem Wasser. Dafür die Pflanze umdrehen und über der Badewanne mit starkem Strahl abbrausen.

Wenn das nicht hilft, müssen stärkere Geschütze ran. Ein besonders wirksames Hausmittel ist Brennnesseljauche. Ein Teil frische Brennnesseln mit neun Teilen Wasser über Nacht ansetzten. Das Grünzeug damit täglich ein bis zwei Wochen einsprühen. Das gelöste Nesselgift mögen Blattläuse nicht. Leider riecht die Mischung nicht sonderlich angenehm.

Wer die Nase schonen will, nimmt Seifenlösung. Am besten eignet sich Schmierseife, Spülmittel tut es aber ebenso. Die Pflanzen gründlich damit einsprühen, am besten mehrmals. Die Lösung setzt sich auf den Läusekörpern fest, das Ungeziefer bekommt keinen Sauerstoff mehr und verendet.

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7. Fliegen bekämpfen

Mit ihrer anhänglichen Art verderben Fliegen jedes Picknick. In der Wohnung stören sie erst recht. Nichts ist vor den flinken Insekten sicher. Sie landen auf Gesicht und Nase, naschen an Lebensmitteln und gehen uns damit gehörig auf den Geist.

Lösung

Am besten fliegen die lästigen Tiere gar nicht erst in die Wohnung. Dagegen hilft das gute alte Fliegengitter. Auch Düfte wie Lavendel, Pfefferminze oder Tomatenaroma mögen die kleinen Insekten nicht wirklich. Ein Duftschälchen in jedem Raum, schon verschwinden sie meist. Ansonsten verkaufen Drogerien für kleines Geld Fliegenfallen. Das beste Mittel gegen Fliegen ist und bleibt allerdings eine stabile Fliegenklatsche. Draufhauen, Viech tot, Fall erledigt.

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8. Milben bekämpfen

Mit bloßem Auge sind Milben nicht sichtbar. Zum Glück, sonst würden wir unsere Wohnung wohl schreiend verlassen. Denn die kleinen Wesen bevölkern zu Hauf Betten, Teppichen und so manchen heiß geliebten Plüschteddy. Leider lassen sich Milben nicht vollkommen vertreiben. Ungemütlich können wir es ihnen aber schon machen.

Lösung

Milben haben es gerne feuchtwarm. Darum lieben sie Matratzen, besonders nachts. Wer am Morgen allerdings direkt die Betten macht und die Tagesdecke drauf legt, macht es den kleinen Spinnentierchen richtig gemütlich. Besser die Bettdecke vom Bett nehmen. Matratze und Plümmo gut durchlüften. Eine halbe Stunde Unordnung am Morgen ist das Ergebnis auf jeden Fall wert.

Der Teddy Ihres Kindes freut sich über eine heiße Wäsche bei 60 Grad. Wenn das nicht geht: Ab mit dem Plüschtier ins Gefrierfach über Nacht. Das überlebt keine Milbe.

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9. Spinnen leben lassen

Auch zu Spinnen entwickeln wir in der Regel keine echte Tierliebe. Die flinken Krabbler wecken Urängste und lösen Ekel aus. Dabei sind sie nützlich und verdienen unseren Schutz. Denn die Achtbeiner vertilgen Mücken und andere Insekten.

Lösung

Staubsauger bitte im Schrank lassen. Die meisten Modelle helfen eh nicht: Die Spinne krabbelt einfach wieder raus. Auch wenn es Überwindung kostet: Der Achtbeiner gehört zurück nach draußen. Dafür muss ihn niemand mit der Hand anfassen. Mit einem Blatt Papier und einem Glas geht's ganz einfach. Spinne auf das Papier krabbeln lassen, Glas drüberstülpen, umdrehen, raustragen, frei lassen, fertig.

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10. Ameisen bekämpfen

In der freien Natur sind Ameisen nützlich. Nicht umsonst gelten sie als Waldpolizei. Doch wer sie in der Wohnung entdeckt, muss schnell handeln. Die kleinen Tierchen bauen ihre Straßen quer durchs Haus. Und vertreiben lassen sie sich überhaupt nicht gern.

Lösung

Regel Nummer eins: Alles dicht machen. Ameisen kommen durch die kleinsten Ritzen. Eine Silikonspritze tut da gute Dienste. Gegen die Viecher im Haus helfen süße Fallen, sagt jedenfalls Oma. Bei ihr kommen Zuckerwasser oder auch ein Likörchen auf eine Untertasse. Na dann Prost, Ameisen. Wenigstens sterbt ihr im Vollrausch. Ein weiterer Tipp ist Backpulver. Entlang der Ameisenstraße gestreut sollen es die Tierchen fressen und daran verenden. Das konnten wir in der Praxis leider nicht testen. Unser Redaktionsbüro ist zum Glück vollkommen ameisenfrei.

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11. Mücken bekämpfen

Allein dieses hochfrequente Geräusch: nervtötend. Das weiß jeder, der schon mal Stunden wach gelegen hat. Endlich eingeschlafen, juckt es plötzlich. Kein Wunder, das verdammte Ding hat mit Zielsicherheit die Wange getroffen. Ganz ausrotten können wir sie momentan nicht, ein paar Tipps haben wir trotzdem.

Lösung

Wenn sie nicht stechen, sind Mücken harmlos. Und wir geben es nicht gerne zu: Die kleinen chemischen Helfer zum Einreiben helfen dabei super. Wer darauf verzichten will, schlüpft unters Moskitonetz oder setzt auf Duftstoffe wie Zitrone. Auch das Essen hat übrigens Einfluss auf die Stechwut der Biester. Fettes Essen, fettes Blut: Das wusste bereits Oma. Wer im Sommer auf Salat setzt, wird folglich weniger gestochen. (sb)

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