Bernhard Leitner, Serpentinata, 2004/2014 Michael Buthe, Der Wanderer, 1972, Foto: Lothar Schnepf
Bernhard Leitner, Serpentinata, 2004/2014 Michael Buthe, Der Wanderer, 1972, Foto: Lothar Schnepf

Kolumba: Museum der Nachdenklichkeit

In der Kölner Innenstadt nahe am Appellhofplatz liegt Kolumba, das Kunstmuseum des Erzbistums Köln. Errichtet auf den Überresten der Pfarrkirche St. Kolumba, bietet es 2000 Jahre abendländischer Kultur: den prächtigen Anno-Schrein genauso wie die Madonna mit dem Veilchen von Stephan Lochner und die moderne Klanginstallation Tauben von Kolumba von Bill Fontana.

Ort, Architektur und Sammlung bilden einen beeindruckenden Dreiklang. 2007 wurde Kolumba in einem Neubau des Schweizer Architekten Peter Zumthor eingeweiht. Das Gebäude ruht auf der Ruine der im 2. Weltkrieg fast vollständig zerstörten Kirche der Heiligen Kolumba. Nur eine Madonnenstatue blieb unversehrt und ist nun in einer eigens errichteten Kapelle als Madonna in den Trümmern zu sehen. Eine weitere Besonderheit des Museums: Teile der Vorgängerkirchen und Überreste eines römischen Hauses sind ebenfalls in das Gebäude integriert.

Kunst ohne Kunstlicht

Der besondere Reiz des Museums? Die Verbindung von Alt und Neu. Die eher schlichte Skulptur Madonna mit der Traube (um 1480) steht einträchtig neben dem farbenfrohen Gemälde Vogelwelt von Hartmut Neumann (1995). Mehr als 500 Jahre liegen zwischen beiden Werken, die dennoch miteinander harmonieren. Die Anfänge der Sammlung gehen auf das Erzbischöfliche Diözesanmuseum von 1853 zurück. Der Beiname "Museum der Nachdenklichkeit" ist Programm. Kolumba ist ein Museum, das lebt, ein Museum zum "Sich-selbst-entdecken". Die hohen Räume mit bodentiefen Fenstern präsentieren Kunst ohne Kunstlicht, spielen mit Licht und Schatten, bieten Einblicke und Ausblicke. Hinter der Fensterscheibe erhebt sich der Kölner Dom aus nächster Nähe.

PVC-Schläuche und Kruzifix

Kolumba ist anders. Das Museum zeigt in ständigem Wechsel Stücke der eigenen Sammlung im Kontext mit neuen Werken. Eine Ton-Raum-Komposition von Bernhard Leitner mit PVC-Schläuchen und 48 Lautsprechern besticht durch Klangerlebnis und Raumerfahrung. Und ein paar Meter weiter steht ein Kruzifix aus dem 12. Jh. Für jeden Geschmack ist also etwas dabei.

Ausgezeichnete Atmosphäre

Für die besondere Architektur des Museums gab es gleich mehrere Auszeichnungen, darunter die Große Nike des Bundes Deutscher Architekten (BDA) und den Brick Award. Das stimmungsvolle Ambiente würdigte der BDA zudem mit der Nike für Atmosphäre. Bereits 2009 bekam Kolumba den Museumspreis der Kulturstiftung hbs. Außerdem wählte der Kunstkritikerverband AICA Kolumba zum Museum des Jahres 2013.

Autorin: Clivia Kelch-Rade

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Kontakt

Kolumba
Das Kunstmuseum des Erzbistums Köln
Kolumbastr. 4
50667 Köln
Tel.: 0221-933 193 0
Fax: 0221-933 193 33
E-Mail: mail(via)kolumba.de

Anreise

U-Bahn: Appellhofplatz
Pkw: Parkhaus Brückenstraße

Öffnungszeiten

täglich 12-17 Uhr
dienstags geschlossen
während des Wechsels der Jahresausstellung geschlossen

Eintrittspreise

Tickets: 5 €, erm. 3 €
bis 18 Jahre freier Eintritt
Jahreskarte: 20 €

Führungen pro Person 10 €,
für Kinder- und Jugendgruppen kostenlos
Anmeldung: 0221-933 193 32