Dr. Edmund Labonté während der lit.Cologne 2015. Am Tisch von links nach rechts Paul Ingendaay, Spaniens Autor Albert Sánchez Piñol und Dominic Raacke, tb
Dr. Edmund Labonté, lit.Cologne bei der Lit.COLOGNE 2015

lit.COLOGNE: Kölns Literaturevent

Bis kurz vor dem Verkaufsstart Anfang Dezember ist das Programm der lit.COLOGNE Top Secret. Erst kurz vor dem offiziellen Angebot der Karten geben die Betreiber die Stars und Locations in Köln bekannt. Wahrscheinlich weil sie negative Schlagzeilen fürchten, wenn ein versprochener Promi abspringt.

Anfang Dezember startet alljährlich der lang ersehnte Vorverkauf. Wann genau, steht auf der Webseite des Veranstalters. Pünktlich am selben Tag veröffentlichen die Macher natürlich auch das Programm fürs nächste Jahr. Schauspieler wie die Geschwister Meret und Ben Becker lesen dann genauso Literatur wie Dominic Raacke (siehe Foto oben). Als Moderatoren kommen oft Journalisten wie der FAZ-Korrespondent Paul Ingendaay und die Autoren selbst variieren jedes Jahr. Ein Highlight 2015 war Albert Sánchez Piñol mit dem Titel Der Untergang Barcelonas auf dem Literaturschiff.

Wer die heißbegehrten Karten ergattern will, streicht sich den Verkaufsbeginn rot im Kalender an und lässt Punkt 12 alles fallen. Denn die Karten gehen seit Bestehen des Festivals weg wie warme Semmeln. Dabei begann die Geschichte ganz unspektakulär in einer Eisdiele. Dort schleckten Reiner Osnowski und Werner Köhler gemeinsam Schoko und Vanille. Osnowski als Autor und Köhler als Geschäftsführer der Mayerschen. Und ganz klar: Es ging um Literatur.

Groß denken im Kulturzirkus

Doch genau die steckte damals im Jahr 2000 mächtig in der Krise. Der Riese amazon bestimmte bereits den Onlinehandel, wikipedia ersetzte die Lexika und Google Maps die Straßenkarten. Vielleicht hilft da ein gewaltiges Literaturfestival, bei dem bekannte Schriftsteller aus ihren Werken lesen und der Nachwuchs zu Wort kommt? Was Köhler und Osnowski damals andachten, ist heute Realität.

Zu den Leseorten gehört schon mal ein Polizeipräsidium

Bereits im ersten Festival-Jahr 2001 gab es 60 Veranstaltungen für Kinder und Erwachsene. Stars traten auf wie Nick Hornby, Wladimir Kaminer, Terry Pratchett und Cornelia Funke. Auch die Orte für die Lesungen waren gut gewählt, bis hin zum voll besetzten Kölner Dom. Die erste lit. COLOGNE kam besonders beim jungen Publikum an. Neben Köhler und Osnowski stimmt längst auch ein dritter über die Gäste und Locations ab: Edmund Labonté. Die Veranstaltungen mehrten sich. 2013 fanden 206 Lesungen an mehr als neun Tagen statt. Zu den Locations gehören schon mal die Empfangshalle des stillgelegten Flughafen Butzweiler Hof und das Kalker Polizeipräsidium.

lit.COLOGNE barrierefrei

Seit 2013 arbeiten die Macher mit der Aktion Mensch gemeinsam an der Barrierefreiheit der lit.COLOGNE. 21 Veranstaltungen im letzten Jahr konnten Rollstuhlfahrer uneingeschränkt nutzen. Außerdem sind die Räume inzwischen mit induktiven Höranlagen für Hörgeräteträger ausgestattet. Zusätzlich sorgen Schrift,- und Gebärdensprachdolmetscher dafür, dass jeder an den Diskussionen teilnehmen kann.

Auch in Zukunft wird die lit.COLOGNE sicher wieder ein Erfolg. (ria, tb)

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