Smolensk: Rolf Herken - Russlandbilder, Vernissage und Ausstellung in der Kreissparkasse Bergheim
Smolensk: Rolf Herken - Russlandbilder, Vernissage und Ausstellung in der Kreissparkasse Bergheim

06.11.2017

Russlandbilder in Bergheim

Rolf Herken aus Düsseldorf hat als Kradmelder den 2. Weltkrieg in Bildern festgehalten. Und als einziger seiner Kompanie überlebt. Seine Werke aus der russischen Stadt Smolensk zeigt seine Enkelin jetzt in der Kreissparkasse Bergheim westlich von Köln.

Gewehrkugeln fliegen. In der weißrussischen Stadt Smolensk tobt der Krieg zwischen der deutschen Wehrmacht und Roten Armee. Der Spätsommer 1941 ist als Kesselschlacht von Smolensk in die Geschichte eingegangen. Und mitten im Geschehen ist Rolf Herken. Er muss die aktuellsten Neuigkeiten zwischen den deutschen Kampfverbänden hin und her bringen. Mit dem Moped, denn Kradmelder steht für Kraftradmelder. Solche, die der Gegner besonders gerne erschießt, um den Nachrichtenfluss zu unterbinden. Sein Überleben hängt also an einem dünnen Faden.

Und was macht Rolf Herken? Er malt die grausamen Erlebnisse für die Nachwelt: brennende Himmel, defekte Artillerie und mehr. Dann bekommt er Fronturlaub, weil das Haus seiner Eltern Hedwig und Richard in Düsseldorf Oberkassel zerbombt worden war. Und so kurios es ist: Das ist sein unglaubliches Glück. Denn währenddessen verliert seine ganze Kompanie durch eine gewaltige Bombe der russischen Artillerie das Leben. Niemand außer ihm hat überlebt.

Kriegsimpressionen in der Kreissparkasse

Am Montag den 13. November und noch bis zum 17. November sind seine Gemälde in der Kreissparkasse Bergheim zu sehen. Zur Vernissage um 19 Uhr lädt seine Enkelin Katharina Bertulat mit ihren Geschwistern und ihrer fast 96jährigen Großmutter ein, welche die Bilder ihres Großvaters (1913-1999) bereits zum zweiten Mal zeigen. Über 500 Aquarelle von ihm haben sie archiviert, daneben Gedichte und eben die 30 Zeichnungen aus dem Krieg, die sie nun als Kernthema ausstellen.

Herken, der vor dem Krieg Architektur studiert hatte, machte in Bergheim 1949 aus einem abgewrackten Schuppen ein Emaillierwerk mit zu besten Zeiten 200 Beschäftigten, das bis heute als Familienunternehmen existiert. Auch legte er einen Minizoo im Firmengelände an. Mit Vögeln, Ponys, den Eseln Lori und Tobias, afrikanischen Bergziegen, Hühnern, Enten, Wildschweinen und in den 60er Jahren dem heimlichen Maskottchen des Emaillierwerks: Egon, dem Zwergpapagei. Enkelin Katharina Bertulat hat entsprechend auch die Reportagen der Lokalzeitungen gesammelt mit so schönen Überschriften wie „Goldfasan ist sein ganzer Stolz“. Sowas, weiß sie, half natürlich auch, die Gräuel vom Krieg etwas zu vergessen. (tb)

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Praktische Infos

Smolensk
Rolf Herken
Russlandbilder

Vernissage
Mo, 13.11.2017, 19 Uhr.

Ausstellung
13.- 17. 11.2017

Kreissparkasse Bergheim
Hauptstraße 21
50126 Bergheim (rund 25 km westlich des Kölner Zentrums)

Öffnungszeiten
Mo-Fr 9-18.30

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