Reliquienschrein in der Ursulakirche in Köln, sb
heller Reliquienschrein mit schmiedeeisernem Schloss in der Ursula-Kirche Köln

Die Heilige Ursula und ihre 11000 Jungfrauen

Der Kölner kennt viele Legenden. Da gibt es Tote wie Richmodis, die plötzlich wieder auftauchen. Es gibt auch Zwerge, die mit dem Donner arbeiten. Aber am kuriosesten ist sicher die Geschichte von der Heiligen Ursula.

Ihre Fanartikel waren der Kölner Verkaufshit im Mittelalter. Rund 12.000 davon befanden sich im Umlauf. Sie selber hat die Stadt angeblich von den Hunnen befreit, dabei war sie nicht mal Kölnerin. Aber so ist das in der Domstadt: Wenn es was Unangenehmes zu erledigen gibt, muss der Imi ran.

Die Rede ist natürlich von der Heiligen Ursula. Mit Ihren 11000 Jungfrauen soll sie der Legende nach vor Köln den Tod gefunden haben. Dafür bekam Sie eine hübsche Kirche, einen Platz im Kölner Stadtwappen und eine steile Karriere als Schutzpatronin, erst der Tuchhändler, dann der Domstadt selbst.

Engel und ein frischgetaufter Ex-Barbar

Die bretonische Königstochter mit dem etwas untypischen Namen Ursula soll Conan (ius) den Barbaren (in anderen Versionen Aetherius) heiraten, sonst droht Krieg. Damit scheint die geplante Hochzeit mit Jesus Christus erstmal vom Tisch. In der Nacht erscheint der religiösen Eiferin ein Engel. Unter drei Bedingungen soll die Vermählung mit dem Engländer stattfinden: Er muss sich taufen lassen. Die Hochzeit soll erst in drei Jahren stattfinden. Ursula darf solange mit zehn Gefährtinnen und einer Tausendschaft Jungfrauen pro Dame auf Reise gehen. Conanius (Aetherius) akzeptiert.


In Köln taucht der Engel wieder auf, schickt Ursula nach Rom und prophezeit der Prinzessin das bevorstehende Martyrium. Hocherfreut schippert Ursula mit Ihren Damen nach Basel. Weiter geht’s zu Fuß nach Rom. Hier werden die Jungfrauen von Papst Cyriacus getauft, so die Legende. Cyriacus legt am nächsten Tag sogar sein Amt nieder und folgt den Jungfrauen zurück nach Köln. Ein Engel hatte ihm vom bevorstehenden Marthyrium berichtet. Da wollte er unbedingt dabei sein. In Mainz trifft Ursula Ihren Verlobten, der sich frischgetauft ebenfalls dem Trupp anschließt.

Noch mehr Engel und der Weg ins Domstadt-Wappen

In Köln ist Endstation für die elftausend Jungfrauen. Die Hunnen belagern gerade die Stadt. Sie schicken die Pilgerinnen und ihre Begleiter allesamt brutal in den ersehnten Märtyrertod. Ursula zuletzt, weil sie sich dem Hunnenkönig verweigert. Dann erscheinen elftausend Engel, vertreiben die Hunnen und befreien Köln.

Als kleines Dankeschön wird Ursula Kölner Stadtpatronin. Die elftausend Jungfrauen zieren seither das Wappen der Domstadt. Und für Kinder gibt es sogar ein Ursula-Rezept. So, und hier nun die Geschichte von den Kölnern und wie sie PR im Mittelalter gemacht haben:

Teil 2: Knochen-Verkauf der Kölner PR-AG: Die Ursula-Legende

(sb)

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Die Heilige Ursula, tb
Bilder der Heiligen Ursula

St. Ursula-Kirche

Sie ist eine der zwölf romanischen Kirchen in Köln und entstand 1135 auf dem römischen Gräberfeld Agar Ursulanis. Beachtlich sind der Bilderzyklus, die Goldene Kammer mit Reliquienbüsten und der Wandschmuck aus Knochen ...

Adresse: Ursulaplatz 30
50668 Köln
st.ursula@netcologne.de
Offen: Mo-Sa 8-18, So 15-16.30 Uhr.
Eintritt Goldene Kammer: 2 €

Martha, Saula, Palladia

Wie eigentlich hießen die vielen anderen Jungfrauen rund um Ursula? Historischen Schriften zufolge u.a. Martha, Saula, Brittola, Sambatia, Saturnia, Gregoria, Pinnosa und Palladia.

Kölns feiert Ursula im Oktober

Tag der Schutzheiligen Kölns ist der 21. Oktober.

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