Schloss Drachenburg unterhalb des Drachenfels, Foto: Julia Schulz
Schloss Drachenburg unterhalb des Drachenfels

Ausflug auf den Drachenfels

Die Sage von Siegfried und seinem Sieg über den gemeinen Drachen ist eine der bekanntesten Geschichten des Rheinlands. Hier soll sie sich zugetragen haben: auf dem Drachenfels. Doch auch Maler und Dichter der Romantik verehrten diesen Ort und widmeten ihm ihre Kunst. Der phantastische Ausblick auf den Rhein und die vielen Angebote an Gastronomie und Erlebnis machen den kleinsten Berg des Siebengebirges zu einem beliebten Ausflugsziel.

Viele Wege führen auf den 320 Meter hohen Gipfel. Der Hauptweg beginnt oberhalb des SeaLife-Königswinter und dem Anleger der Rheinfähre. Dort ist zugleich Startpunkt der Drachenfelsbahn, die 1883 ihre Jungfernfahrt hatte und Sitz der Touristeninfo. Wer nicht mit der Zahnradbahn in acht Minuten oben sein will, beginnt nun den Aufstieg. Mit bis zu 20% Gefälle geht das zwar deutlich langsamer, dafür lohnt er sich wegen der wunderschönen Aussichtspunkte ins Rheintal.

Weinberge entlang des Weges, Foto: Julia Schulz
Weinberge entlang des Weges

Der Eselweg

Der steile Anstieg heißt „Eselweg“. Ihn haben vermutlich schon römische Steinmetze genutzt. Später ließen sich die gut betuchten Damen und Herren auf den Grautieren nach oben befördern. Daran erinnert der Eselbrunnen am Anfang des Wegs. Heute gehört dieses Privileg den Kindern. An Wochenenden (bei schönem Wetter) können die Pänz sich auf den langohrigen Reittieren etwa die Hälfte des Weges führen lassen. Seit Anfang 2017 ist ein Teil des Eselwegs übrigens wegen drohendem Steinschlag gesperrt. Eine alternative Route ist ausgeschildert.

Esel warten am Fuße des Drachenfels, Foto: Julia Schulz
Esel warten am Fuße des Drachenfels

Die Nibelungenhalle

Wer nicht bereits eine der zahlreichen Bänke am Wegesrand dazu genutzt hat, bekommt nach etwa einem Drittel des Anstiegs einen guten Grund, eine Pause einzulegen. 1913 öffnete hier die Nibelungenhalle anlässlich des 100. Geburtstags von Richard Wagner ihre Pforten. Das außergewöhnliche Jugendstil-Gebäude zeigt eine der bedeutenden Gemäldesammlungen zum „Lied der Nibelungen“ von Hermann Hendrich. Durch einen dämmerigen Gang gelangen die Besucher zudem in die mystische „Drachenhöhle“ und in einen kleinen Reptilienzoo, in dem Würgeschlangen, Alligatoren und Spinnen leben.

Die Nibelungenhalle, Foto: Julia Schulz
Die Nibelungenhalle auf dem Weg zum Drachenfels

Schloss Drachenburg

Auf halber Strecke stoppt die Zahnradbahn an ihrer Haltestelle „Schloss Drachenburg“. Das imposante neogotische Gebäude, eine Mischung aus Villa, Burg und Schloss, wurde 1882 nach den Plänen eines Schülers des Kölner Dombaumeisters Zwirner erbaut. Der Besuch lohnt sich. Das Gebäude hat eine bewegte Geschichte hinter sich, war Villa des steinreichen Börsenmaklers Stephan von Sarter, Touristenattraktion und Schulgebäude. In der Dauerausstellung zur Schlossgeschichte gewinnen Besucher einen Eindruck von der Wohnkultur des späten 19. Jahrhunderts. Zudem gibt es hier auch Sonderausstellungen, Konzerte oder private Festlichkeiten wie Trauungen. Mit seinen 10ha Schlosspark ist „Schloss Drachenburg“ das jüngste Bauwerk der zahlreichen Burgen und Ruinen der Gegend.

Gastronomie

Entlang des Weges ist die Auswahl groß. Im Biergarten „Am Drachenbrunnen“ gibt es ein Bier im Schatten alter Bäume und zudem die klassische Speiseauswahl an Waffeln, Schnitzeln, Salaten und Co zu moderaten Preisen. Das „Felder’s am Winzerhäuschen“ gleich gegenüber bietet rustikale Landküche im Fachwerkambiente. Auf dem Gipfel selbst gibt es Coffee to go, Grillwürstchen und Waffeln mit Panoramablick. Entweder  auf der Stufenterrasse oder in dem lichtdurchfluteten Glaskubus, der seit 2013 das 30er-Jahre-Gebäude ergänzt.

Blick auf das Plateau des Drachenfels und das Rheinland, Foto: Julia Schulz
Blick auf Plateau am Drachenfels und ins Rheinland

Ruine der Burg Drachenfels

Von hier aus ist es nicht mehr weit: Ein schmaler Fußweg führt zum höchsten Punkt des Gipfels. Hier stehen die Reste der 1140 errichteten Burg, die einst die Kölner Bucht beschützte. Von hier aus hat man einen phänomenalen Ausblick auf den Rhein mit Rolandsbogen und Insel Nonnenwert (übrigens ebenfalls Schauplatz einer berühmten Sage). Bei gutem Wetter erahnt man die Türme des Kölner Doms. Wer ein eigenes Picknick dabei hat, sollte sich hier eine Pause im Schatten der 20 Meter Hohen Ruine gönnen.

Alternative Routen

Eine Alternative zu dieser eher touristischen Route ist das Wandern durch das Nachtigallental. Der Einstieg befindet sich „Am Lessing“ unweit der Drachenfelsbahn (Parkpläte vorhanden) und führt entlang eines idyllischen Bachlaufs hinauf zum Milchhäuschen. Gerade mit Kindern ist dies eine tolle Variante: Entlang des Weges gibt es Höhlen zu erforschen und Abhänge zu erklimmen. Das Milchhäuschen bietet leckeren Milchreis und direkt dahinter tolle kleine Hänge und Hügel als Klettermöglichkeiten, so dass die Eltern in Ruhe etwas trinken können. Von dort aus geht es auf einem angenehmen Waldweg zum Drachenfels. Ein Abstieg über den Hauptweg ist zu empfehlen, um die beschriebenen Attraktionen nicht zu verpassen.

Auch ab dem Lemmerzbad (Parkplätze) gibt es einen Waldweg zum Drachenfels. So lässt sich der Ausflug auch mit einem anschließenden Besuch im schattigen Freibad verbinden.

Alle Wege sind sehr gut ausgeschildert. GPS und Wanderkarten sind also nicht nötig.

(Julia Schulz)

Den Drachen trifft man in der Nibelungenhalle, Foto: Julia Schulz
Der steinerne Drache in der Nibelungenhalle

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Preise + Öffnungszeiten

Drachenfelsbahn:
Berg-und Talfahrt
Erw. 10€/ Ki. 5,50€
Abfahrt (Mai-Sept.): 9-19 Uhr
alle 30 Min. zur vollen/halb. Std.

Nibelungenhalle:
Erw. 5€/ Ki. 3€
Tägl. 10-18 Uhr

Schloss Drachenburg:
Erw. 7€/ Ki. 5€
Tägl. 11-18 Uhr
Öffentl. Führung: 2,50€

Anfahrt + Parken:

Drachenfelsstraße,
53639 Königswinter

Anfahrtsplan

P3 + P8 
An der Helte
(unter der Brücke der B42)
Tagesticket: 4€


P5: Am Palastweiher (nur für PKW)
P6: Oberweingartenweg

Parkplätze sind ausgeschildert.