Chorruine im Garten des Klosters Heisterbach
Chorruine im Garten des Klosters Heisterbach

Ausflug zum Kloster Heisterbach

Bete und Arbeite – mit diesem Grundsatz ließ sich der Orden der Zisterzienser 1189 weitab von besiedeltem Gebiet nieder und gründete die Abtei Heisterbach. Heute ist der Ort ein beliebtes Ziel für Wanderer. Gourmets schätzen die Region als Anbaugebiet für Spitzenweine. Doch der Klostergarten mit der Ruine der alten Abtei strahlt noch immer eine wundersame Ruhe aus …

Der Torbogen des Barocken Pfortenhauses von 1750 dient als Eingang auf das 10.000 Quadratmeter umfassende Klostergelände. Älter sind bloß das Brau-, Mühl- und Backhaus von 1711 und die Zehntscheune von 1721. Geblieben von der einstigen Abtei ist nur noch die Ruine des Chors. Doch allein diese vermittelt einen Eindruck von der historischen Bedeutung der Kirche am Niederrhein: 1202 errichtet, 88 Meter lange und 40 Meter hoch war sie, in den Dimensionen nur noch vom Kölner Dom übertroffen. 600 Jahre lang prägten Arbeit und Gebet der Abtei die Region, doch 1803 war damit durch die Säkularisation Schluss. Ein französischer Unternehmer erwarb das Gelände und verkaufte die Quadersteine unter anderem zum Bau des Nordkanals zwischen Venlo und Neuss sowie der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz.

Chorruine des Klosters Heisterbach
Chorruine des Klosters Heisterbach

Der Klostergarten

Alter Baumbestand, stille Weiher und lauschige Plätze prägen den Klostergarten. Bei einem Spaziergang lässt sich der alte Friedhof der „Laien“ (Handwerker) erkunden, dessen Grabsteine zum Teil mit den Bäumen verwachsen sind. Das Caesarius-Denkmal erinnert an den bekanntesten Mönch der Abtei und befindet sich im englischen Landschaftsgarten, den Graf Ernst zur Lippe 1820 anlegen ließ. Das begehbare Mausoleum der Grafen zur Lippe entstand 1840 nach den Plänen des Kölner Dombaumeisters Ernst Friedrich. Die Herz-Jesu-Kapelle mit Kreuzgang von 1947 ist Ausgangspunkt des wunderschönen Mosaik-Kreuzweges. Und die Tür in der Klostermauer bezieht sich auf die mittelalterliche Legende um den „Mönch von Heisterbach“, der am eigenen Leibe erfährt, was der eingravierte Satz auf dem Sturz bedeutet: „Gott ist erhaben über Zeit und Raum.“ Freunde der Botanik freuen sich zudem über den seltenen Bestand des „Hohlen Lerchensporns“ und der „Weinbergtulpe“.

Caesarius- Denkmal im englischen Garten
Caesarius- Denkmal

Das heutige Kloster Heisterbach

Seit 1984 pflegt und erforscht die Stiftung Abtei Heisterbach das Gelände. In der Zehnscheune finden regelmäßig Veranstaltungen statt wie „Klassik in der Scheune“ mit Kammermusikkonzerten von Beethoven bis Debussy. Eine Ausstellung gibt Einblicke in die Rekonstruktion der Abteigebäude und die Klosterlandschaft im Lauf der Geschichte. Auf dem Klostergelände befindet sich zudem „Die Klosterstube“. Sie bietet Rustikales von der Klosterplatte bis zum Rheinischen Sauerbraten. Und nebenan liegt ein Altenheim und das „Haus Heisterbach“. Die Einrichtung bietet schwangeren und alleinerziehenden Frauen Unterkunft und Unterstützung an. Die Arbeit der Einrichtung wird getragen durch ehrenamtliche Mitarbeiter und Spenden und ist somit ein einmaliges Projekt in Deutschland, das schon mehrfach ausgezeichnet wurde. Führungen durch Garten und Ausstellungen bietet das Kloster täglich nach Vereinbarung an.

Der Wanderweg G3 führt rund um das Kloster
Wanderweg G3

Wandern und Wein

Rund um das Kloster Heisterbach verlaufen gut ausgeschilderte Wanderwege. Die Wanderfibel Königswinter empfiehlt den 10 km langen Rundweg. Start und Ziel ist der kostenfreie Parkplatz des Klosters. Auch der Rheinsteig führt auf seiner 22. Etappe vom Drachenfels vorbei am Petersberg zum Kloster Heisterbach. Wir laufen den Wanderweg G3 um den Stenzelberg und sind nach gut 3,5 Stunden wieder am Kloster Heisterbach. Den Mönchen von Kloster Heisterbach verdankt Oberdollendorf seinen Wein. Etliche Winzer nutzen die sonnigen Hänge des Siebengebirges für den Anbau ihrer Reben. Nach einem Spaziergang durch die Weinberge laden die Weinhäuser in Oberdollendorf zum Verweilen ein. So zum Beispiel das Weinhaus „Gut Sülz“, das sich im 13. Jahrhundert noch im Besitz der Mönche vom Kloster Heisterbach befand. Die heimelige Stube und der weitläufige Garten mit Spielplatz sind sehr kinderfreundlich. Deftige Speisen wie Flammkuchen oder Sülze mit Bratkartoffeln schmecken zu ausgewählten Weinen der Region. (Julia Schulz)

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