Rapperin und Komödiantin: Carolin Kebekus

Kölner Schnauze, Bier statt Prosecco und am liebsten den ganzen Tag Mettbrötchen. Spätestens bei der Comedy-Preisträgerin Carolin Kebekus wird klar: Witzige Frauen braucht das Land. Unsere Autorin hat die Komödiantin live auf der Bühne erlebt.

„Ein Drama und ein Trauma“, sagt Carolin Kebekus über ihre Geburt. Die Ostheimerin ist nämlich ursprünglich gar kein Kölsches Mäd´sche. Sie stammt aus Bergisch Gladbach, "aber ich habe mich noch an der Nabelschnur zurückgehangelt nach Ostheim". Da hat sie einen ja schon. Zumindest die Kölner. Den Rest der Republik, sagt sie, nervt der Lokalpatriotismus. Wie eine klischeehafte Ostheimer Ghettobraut sieht Kebekus aber nicht aus: Lange braune Haare, wenig Schminke im Gesicht und eine schicke bis elegante Garderobe.

Lieber Bier als Prosecco

Aber wehe sie macht den Mund auf, dann verleiht sie der Gosse Glanz und Gloria. Ihre Fans lieben sie dafür, für ihren witzigen Umgang mit Frauen-Klischees und ihre Lust auf Bier und Mettbrötchen. Shoppen und Prosecco? Nö, bloß nicht.

Zur Welt kam Carolin Kebekus am 9. Mai 1980. Ihr Vater ist Banker und Sparfuchs. Papa kann Coupons ausschneiden und einlösen. Diese Anekdote gibt sie auch bei ihrer Bühnenshow zum Besten und tut so, als sei es ihr peinlich. Aber Peinlichkeit sells – wenn auch nur gespielte.   

Kebekus + katholische Kirche = kontrovers

Kebekus ist Kabarettistin, Synchronsprecherin und Sängerin. Durch die Freitag Nacht News schaffte sie den Durchbruch im Fernsehen. Danach kamen Gastauftritten bei der RTL Comedy Nacht, Was guckst du?! und dem Quatsch Comedy Club.  Das Publikum war begeistert, die Sendung „Kebekus!“ bei Einsfestival führte allerdings schon im Vorfeld zum Wutausbruch der katholischen Piusbrüderschaft: Die WDR-Redaktion zensierte aus Angst vor den Reaktionen den Kirchen-Sound „Dunck den Herrn“. In dem Rap-Video leckt sie als Nonne verkleidet ein Kirchenkreuz ab. Als der WDR die Szene herausschnitt, kommentierte Kebekus trocken: „Sie brauchen meine Show nicht gucken. Die ist völlig verstümmelt.“

Die Katholische Kirche mag ihr deshalb eine miese Erziehung unterstellen, doch weit gefehlt. Auch ohne „Malibu-Barbie“ – oder gerade deswegen – durfte die heute 33-Jährige eine unbeschwerte und angstfreie Kindheit genießen. Ihre Puppe war ein kasachisches Ersatzprodukt und hieß „Olga“, wie sie gerne in ihrer Show Pussy Terror (seit 2011) erzählt.  Die Ferien verbrachte sie oft mit ihrer Familie und Freunden in der Bretagne. Eben eine ganz normale Jugend.

Frauen, Fußball, Pubertät ...

Was der Zuschauer nicht ahnt: Am Anfang ihres Bühnenprogramms springt die Kabarettistin als Rapperin mit Baseball-Kappe und dunkler Sonnenbrille auf die Bühne und gibt einen selbstgeschriebenen Sprechgesang zum Besten. Kaum die Kappe und die Brille zur Seite geschmissen, lässt sie sich über Frauen, Fußball und ihre Pubertät aus, alle Peinlichkeiten inbegriffen: von Brikett-Binden über billige Anmachsprüche à la „Sind deine Eltern Terroristen“ bis hin zu Spontan-Erektionen des kleinen Bruders. Alles dabei. Sie treibt den Zuschauern die Schamesröte ins Gesicht und foltert die Lachmuskeln bis zur Erschöpfung. Und plötzlich ist die Show zu Ende, fast jedenfalls. Carolin Kebekus gibt sich für ein paar letzte Minuten die Ehre und singt wie ein Engel: „Siegen, ich will noch nicht nach Hause gehen.“ Die Zuschauer lieben das und bedanken sich mit minutenlangem Klatschen und Standing Ovations. Nach einer kurzen Verschnaufpause bleibt sie noch im Foyer der Halle sitzen, bis alle Fans ein Autogramm und ein Foto mit ihr auf dem Handy oder der Digitalkamera haben. Denn sie weiß genau: Ihren Erfolg hat sie größtenteils den treuen Fans zu verdanken.

Spielerfrau? Nur für Poldi!

Einem Boulevard-Blatt sagte sie einmal: „Poldi wäre der einzige Fußballer, für den ich zur Spielerfrau werden würde.“ Bei Zimmer frei! im WDR verrät sie zusätzlich noch: Während der WM-Zeit habe sie einen versaut-verstörenden Traum mit Lukas Podolski gehabt. Als die Moderatorin Christine Westermann es jedoch genau wissen will, lässt die Kölnerin nichts raus. Nur so viel: „Nein, wir waren nicht nackt. Das war ja das Verstörende daran.“

Es heißt ja immer „Wer sucht, der findet“. Aber über Kebekus´ Privatleben ist wenig bekannt. Diese Textpassage zu einem Aspekt ihres Privatlebens ließ Karoline Kebekus gerichtlich untersagen.

Übrigens: Mit Heidi Klum verbindet sie nichts außer der Geburtsort Bergisch Gladbach. Und von Germany´s Next Topmodel hält sie nichts: "Diese Frauen sind hübsch, ecken möglichst nicht an, und das war´s dann.“

Aber anecken kann so schön und saukomisch sein: Pussy Terror eben.


Autorin: Franziska Klein

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