Karneval em Hänneschen: Kinderpuppensitzung 2024

Noch bis zum 9. Februar läuft die Kinderpuppensitzung 2024 von mittwochs bis freitags immer um 16.30 Uhr. Die Vorstellungen sind online bereits ausverkauft – worüber sich Regisseurin Katja Lavassas und Intendantin Mareike Marx freuen dürften.

von Franziska Klein

Am 26. Januar 2024 hat die Kinderpuppensitzung im traditionsreichen Hänneschen Puppentheater Premiere gefeiert. Eine besondere Begrüßung gab es bereits vor dem Eingang: Zwei XXL- Puppen von Hänneschen und Bärbelchen winkten den Besucherinnen und Besuchern und wagten ein Tänzchen auf dem Eisenmarkt. Hier befindet sich das Stockpuppentheater seit 1938. Zum 222- jährigen Bestehen waren Klein und Groß von der Inszenierung wieder einmal hellauf begeistert.

Bühne frei für die Pänz

Pänz em Fastelovend? Davon ist der Schäl überhaupt nicht begeistert. Dabei hatten sich Hänneschen, Bärbelchen, Röschen und Köbeschen doch voller Vorfreude mit Hund Fiffi auf den Weg ins Theater gemacht, um den 222-jährigen Geburtstag des Hänneschen Theaters und Fastelovend zu feiern. Dafür hatten sie doch extra Luftballons gekauft.

Die Zurückweisung des Frackträgers lassen sich die vier jedoch nicht gefallen und beschließen kurzerhand, ihre eigene Fastelovendsitzung auf die Beine zu stellen. Hund Fiffi führt sie zum idealen Ort, als er mit den Luftballons davonläuft. Die Kinder finden sich in einer Kneipe wieder und machen Bekanntschaft mit der Alaafmaschine, einem blinkenden Musikapparat.

(K)ein Applaus für Schnäuzerkowski

Aber wird das überhaupt etwas mit der Karnevalssitzung? Und was braucht man für eine richtige Sitzung? Die Pänz sind zunächst etwas ratlos, dann haben sie doch noch eine Idee. Für eine Sitzung braucht man eine Bütt. Doch woraus sollen sie das Rednerpult bauen?

Bärbelchen weiß Rat, verschwindet durch die Schwingtür und kommt mit Brettern zurück, die sie vor der Tür gefunden hat – vermutlich von einer der zahlreichen Baustellen in Kölns Innenstadt. Die Bütt wird also mit den Brettern zusammengenagelt und mit Absperrband fixiert.

Was fehlt jetzt noch? Der Büttenredner fürs Rednerpult. Doch wer könnte diesen Job übernehmen? Noch ehe diese Frage geklärt ist, kommt Wachtmeister Schnäuzerkowski mit einem Segway zur Tür hereingefahren.

Als die Umstände mit Pänz und Kaschemme geklärt sind, ergreift der Bartträger seine Chance und schwingt sich aufs Podium. Vermeintliche Schenkelklopfer à la „Was ist gelb und wohnt am Nordpol? – Ein Maisbär.“ sorgen nur für mäßige Begeisterung bei den Kindern und beim Publikum.

Nur die Alaafmaschine honoriert seine Beiträge mit dem traditionellen Tusch – jedoch bleibt der Jubel aus. Die Kinder beschließen deshalb, den unlustigen Schnäuzer loszuwerden, was nach einigen Versuchen zu deren Erleichterung klappt.

Die Karawane zieht weiter – der Hennes hat Durst

Fast hätten sie die Hoffnung auf eine stimmungsvolle Karnevalssitzung schon aufgegeben, doch mit dem Eintreffen von weiteren Rednerinnen und Rednern, die zahlreiche Anekdoten über aktuelle Themen, wie den Bahnstreik, Künstliche Intelligenz und den 1. FC Köln aufs Tapet bringen, wird die Pänzsitzung doch noch ein voller Erfolg.

Dazu tragen natürlich auch die musikalische Untermalung der Hänneschen-Band, die kölsches Liedgut zum Besten gibt, und die tatkräftige Unterstützung des Publikums bei.

Besonders die Kinder schunkeln, singen, klatschen und lachen über die Gebärden der Püppchen und Hennes den Geißbock, der die FC-Hymne mit-mäht und von der einen zu anderen Bühnenseite „direkt in die 1. Liga“ springt.

Finale mit Fiffi, Röschen und Udo

Zum großen Finale tauchen sowohl Fiffi als auch die Luftballons und das Röschen, der es anfänglich nicht gut ging, da sie vom Schnaps probiert hatte und deshalb schnell das stille Örtchen aufsuchen musste, wieder auf.

Aus der Alaafmaschine springt eine überlebensgroße Kamelle und es ertönt der Hit „Komet“ von Apache 207 und Udo Lindenberg. Der Liedtext wird op Kölsch gesungen, der Refrain bleibt jedoch gleich und geht so: „und wenn ich geh, dann so wie ich gekommen bin, wie ein Komet, der zweimal einschlägt. Vielleicht tut es weh, doch will auf Nummer Sicher geh´n, dass ich für immer leb, lass uns noch mal aufdreh´n.“

Und Aufdrehen können die Damen und Herren des Hänneschen Theaters – und das seit 222 Jahren - darauf „Drei Mol von Hätze Kölle Alaaf!“, „Pänz Alaaf!“ und „Hänneschen Alaaf!“