In Poldis Eisdiele

Lukas Podolski kann mehr als nur Döner und Fußball. An einem heißen Hochsommertag  führte mich der triefende Schweiß zu seiner Eisdiele im Belgischen Viertel. Und dank Poldi und seiner Eisdiele wurde es ein richtig schöner Tag.  

Köln, 10:30 Uhr. Es ist heiß. Schweineheiß. Mir läuft der Schweiß den Nacken herunter. Ich brauche jetzt was Kaltes. Wo bleibt die Erfrischung? Für ein Radler ist es noch zu früh. Also ein Eis. Aber welches? Eis am Stiel vom Büdchen? Einen Pott Eiscreme aus der Tiefkühltheke im Supermarkt? Nein. Heute gönne ich mir was. Auf einer bekannten Online-Suchmaschine stoße ich auf die „70 besten Eisdielen in Köln“ – ja seid ihr denn bekloppt? Ich will doch nur ein Eis und nicht die Qual der Wahl. Ich entscheide mich schließlich für „Ice Cream United“ – Crema di Colonia. Wo: Im Belgischen. Eröffnet: Sommer 2017. Der Inhaber? Unser Poldi. Kann Poldi jetzt auch Eis?

Mit dem Schrottrad zur Eisdiele

Ich schwinge mich auf mein klappriges Hollandrad und brettere den Ring hinunter. Das Fahrrad klappert so heftig als würde es gleich zusammenbrechen. Peinlich. Per Gedankenübertragung flehe ich es an: „Bitte, bring mich zur Eisdiele und wenn es das Letzte ist, was du kannst“. Bei meiner Ankunft vor Poldis Eiscafé lege ich fast eine Bruchlandung hin – die Bremsen nutzlos, die Sohlen meiner Schuhe nach dem Bremsen einen Zentimeter dünner. Ich bin da. Als ich eintrete, schwatzt der freundliche Mitarbeiter namens Bender gerade mit einem interessierten Pärchen. „Ja der Poldi ist auch manchmal hier, aber der hat viel um die Ohren.“, grinst er. Stimmt, denn Ende Mai feierte Lukas Podolski die Geburtsstunde seiner zweiten Filiale am Heumarkt – und sorgte damit für Wirbel bei den Kollegen vom Ordnungsamt. Da ein Sicherheitskonzept fehlte, befürchteten diese Chaos durch den erwarteten Ansturm von Poldi-Fans. Nicht ganz zu Unrecht: Bei der Eröffnung der Filiale in der Brüsseler Straße waren knapp 2000 Menschen gekommen, um ihren Helden zu sehen. Poldis Reaktion: Cool bleiben und Eis verteilen. Während ich auf meine kühle Erfrischung warte schaue ich mich im Laden um. Mein erster Gedanke: Stylish. Hip. Rustikal und gleichzeitig puristisch. Graublaue Wände, große Bilderrahmen, Täfelchen und kleine Holztischchen. Besonders schön sind die breiten Fensterbänke mit Kissen an großen offenen Fenstern, die zum Sitzen in der Sonne einladen. Bei den sommerlichen Temperaturen lädt aber auch besonders die Sonnenterasse zum Verweilen ein. Von Montag bis Samstag kann man hier zwischen 11 und 22 Uhr (So 13-21 Uhr) das Poldi-Eis naschen.

Eis wie in der Karibik

Als ich an der Reihe bin, berichtet Bender mir ganz stolz von den Besonderheiten der Poldi-Eiscreme. Echte Handarbeit, vegan, keine künstlichen Aromen und Zusatzstoffe, nur 12% Zucker (herkömmliche Eissorten haben mind. 25%). Tahiti-Vanille, Piemont-Haselnuss und marokkanisches Pistazienmus. Ein Dutzend Geschmacksrichtungen gibt es insgesamt, direkt von der Eismaschine in die Waffel. Zusätzlich findet man auf der Tafel den „Effzeh-Becher“ und den „Eis-Burger“. Aber heute reichen mir zwei einfache Kugeln. „Was kannst du mir denn empfehlen?“, frage ich. „Ich bin nicht der Cocktailtrinker, aber unsere Kunden sagen, Zitrone-Minze schmeckt wie Mojito ohne Alkohol.“, erklärt Bender. Im Hintergrund läuft „Despacito“ – bei den Reggaeton-Klängen ist Mojito doch genau das Richtige! Dazu eine Kugel wärmstens empfohlenes eiskaltes Pistazieneis. Herrlich.Als Sonnenanbeterin wähle ich den sonnigsten Liegestuhl direkt neben der Eingangstür und mache es mir mit meinem Eisbecher gemütlich. Mit einem stolzen Preis von 1,50 Euro die Kugel muss ich jeden Löffel Eis genießen. Schwer ist das nicht, denn das Eis ist an Cremigkeit und Geschmacksexplosion kaum zu übertreffen. Beim „goldenen Schuss“ gegenüber räumen vier Männer gerade die Getränkelieferung ein. Einer der Männer ruft einem Passanten im Vorbeigehen zu: „Jung, wie jeht et?“ – „Am leevsten joot!“, ruft der Passant zurück. Ich sitze schmunzelnd über meinem schmilzenden Eis in der bratenden Hitze und nicke beipflichtend. Nach dem Eis gönne ich mir noch eine Zigarette und schwinge mich dann zurück auf meinen Drahtesel. Das Klappern klingt jetzt viel leiser als vorher. Mit verklärtem Blick und einem breiten Grinsen im Gesicht brettere ich den Ring zurück und denke mir: Was ein schöner Tag!

Text und Bilder: Katharina Lang

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