Schloss Drachenburg leuchtet

Noch bis zum 15. März erstrahlt Schloss Drachenburg an den kommenden Wochenenden in buntem Licht. Das Schlossleuchten in Königswinter, 40 Kilometer von Köln entfernt, ist ein beeindruckendes Spektakel. Die Illumination des Lichtkünstlers Wolfgang Flammersfeld taucht das Gebäude, die Vorburg und den Park in ein prächtiges Farbenmeer.

Licht ist Trumpf. Selbst regelmäßige Besucher von Schloss Drachenburg reiben sich angesichts des bunten Farbenspiels die Augen und entdecken plötzlich andere Blickwinkel. Der Grund: Flammersfeld setzt mit seiner Installation unter dem Motto "Formen und Farben" beeindruckende Akzente. Er sorgt für ein sinnliches, buntes Erlebnis mit außergewöhnlichen Effekten.

Bunte Bäume und ein Regenbogenfluss

Schon die Anreise mit der historischen Zahnradbahn ist ein Erlebnis für Groß und Klein. Sie fährt praktischerweise direkt bis vors Schlosstor. Abends sehen Besucher von der Schlossterrasse aus die Lichter der Stadt im Dunkeln funkeln. Doch aktuell gibt es noch mehr zu bestaunen. Gelbe, rote, blaue, grüne und violette LEDs, außergewöhnliche Lichter und Projektoren erleuchten Bäume und Sträucher. Durch den Park schlängelt sich ein Regenbogenfluss. Leuchtfiguren betätigen sich als Fassadenkletterer. Angestrahlte Bänder lassen Felder mit bunten Streifen entstehen. Das farbenprächtige Lichtermeer bringt die Architektur des Bauwerks besonders eindrucksvoll zur Geltung.

Farbspektakel mit Video

Im Innern setzt sich das grandiose Farbenspiel fort. Videoprojektionen verzaubern die Räume und vervollständigen das eindrucksvolle Gesamtkunstwerk. In der großen Kunsthalle dienen sowohl die Wände als auch Decke und Boden als Projektionsfläche. Kleine und große Besucher begreifen auf Anhieb: Das Leben ist nicht nur bunt, es ist quietschbunt. Manche Besucher finden die stimmungsvollen Farb-Impressionen kitschig, doch die meisten sind begeistert. Besonders Pänz können sich an der Farbenpracht nicht sattsehen. Auf jeden Fall ist das Schlossleuchten ein Hingucker und bleibt lange im Gedächtnis.

Vom Eventmanager zur Lichtkunst

Der Palmengarten in Frankfurt, die Dechenhöhle in Iserlohn und der Dortmunder Westfalenpark haben eins gemeinsam: Dort gab es bereits Lichtprojekte von Wolfgang Flammersfeld und seinem Team zu sehen. Schloss Drachenfels reiht sich damit in eine lange Reihe bedeutender Werke des Lichtkünstlers ein. Flammersfeld war ursprünglich Musiker, Dozent für Rockmusik und jahrelang als Eventmanager tätig. Doch eines Tages genügte es ihm nicht mehr, die Aufträge anderer Leute umzusetzen. Er wollte seine eigenen kreativen Ideen verwirklichen. Licht hat ihn von jeher fasziniert und so machte er seine Leidenschaft zum Beruf. Flammersfeld hat ein Gespür für das Zusammenspiel von Farben, der Wirkung von Licht und Schatten. Das kommt ihm bei seiner Arbeit zugute. Ehefrau Britta ist mittlerweile auch vom Lichtkunst-Virus angesteckt und hilft aktiv mit: Sie unterstützt die Projekte ihres Mannes mit Videoproduktionen.

Autorin: Clivia Kelch-Rade