Hubert Hochhut, alle Zeichnung in diesem Artikel: Julia Schulz
Hubert Hochhut, Zeichnungen: Julia Schulz

Hubert Hochhut: der polternde Kölner Gnom

Rothirsche, Eidechsen, Feuerfalter und 700 weitere Tier- und Pflanzenarten lassen sich in der Wahner Heide von sandigen Wanderwegen aus betrachten. Im Spätsommer blüht die Heide. Und wenn es ohne Blitz und Regen donnert, dann liegt das an Hubert Hochhut. Wer das ist? Das weißt Du nicht? Er war schon viel früher bei allen Kölnern bekannt, vor allem bei Familie Pütz.

Als es mitten in Köln noch Weinreben und Kuhmist gab, da lebte auf einem der Höfe die Familie Pütz. In der Straße „Am Bayen“. Vater und Mutter Pütz brauchten für ihre Arbeit eine ganze Menge Personal: Knechte, die die Tiere versorgten, Winzer, die den Wein ernteten, einen Koch und einige Mägde. Das klingt alles ganz schön friedlich, nicht wahr? Das hätte es auch sein können. Wenn da nicht der Hubert gewesen wäre!

Ein Gnom stiftet Unruhe

Hubert Hochhut geht dem Koch auf den Geist
Hubert Hochhut, Zeichnung: Julia Schulz

Wenn plötzlich die Knechte schrien, weil jemand die Schweine ins Gemüsebeet gelassen hatte, wenn eine Magd kreischte, man habe ihr in die Wade gekniffen oder wenn den Koch aus dem Nichts eine Ohrfeige bekam: Dann war Hubert Hochhut unterwegs.

Hubert war ein Gnom. Bis zum Knie hätte er Dir vielleicht gereicht. Nur wenige bekamen ihn je zu Gesicht und wenn sie ihn sahen, dann waren sie meist damit beschäftigt, dann rannten sie zumeist ganz schnell weg. Dazu kam: Der kleine Kerl machte sich unter seinem Hut beinahe unsichtbar. Höchstens sein grauer Bart und die lange Nase waren dann noch unter der Krempe zu sehen. Aber hören konnte man ihn, wenn er „Höpedehöp“ die Treppen im Haus der Familie Pütz auf und ab hüpfte.

Die Kinder mochte er. Aber wenn sie einmal vergaßen, ihm abends einen Teller Grütze hinzustellen, dann sprang er herum wie Rumpelstilzchen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Hubert pustet ins Feuer

Der Hochhut mit der Maus
Hubert Hochhut, Zeichnung: Julia Schulz

Reizte jemand den Gnom, warf er mit Erbsen. Und schon bald wollten die Winzer nicht mehr für die Familie Pütz arbeiten, weil der Hubert ihnen feuchte Äste in ihr Feuer warf oder in die Glut pustete, bis es staubte.

Die Knechte, die den Gnom mit einem Zauber bannen wollten, rannten davon und suchten sich einen neuen Hof. Hatten sie doch wirklich gedacht, man könne einfach einen Kreidekreis auf dem Boden ziehen und Zaubersprüche in fremder Sprache murmeln und damit den Hubert vertreiben. Du kannst Dir sicher denken, was sie schon bald auf der Kellertreppe hörten. Richtig! „Höpedehöp“!

Umzug in die Wahner Heide

Die Familie Pütz holte schließlich einen Kapuziner, das war ein Geistlicher aus dem Kloster und der sprach die fremde Sprache richtig gut. So wurde Hubert Hochhut in die Wahner Heide verbannt. Und weil der Geistliche vielleicht wusste, dass ein gelangweilter Gnom auch in der Heide noch allerlei Unfug anstellen würde, gab er ihm aus Mitleid ein Kegelspiel mit.

Die Zeit der Geister und Gnome ist lange vorbei. Doch manchmal hört man den Hubert noch mit den Kegeln spielen. Dann donnert es. Ganz ohne Blitz und Regen. Mancher Wanderer erzählt aber heute noch, man habe ihm plötzlich den Spazierstock weggezogen. Und hätte er dann nicht so laut geflucht, hätte er vielleicht sogar noch ein „Höppedehöp“ gehört.

Kluge Kinder sorgen vor und nehmen eine kleine Süßigkeit mit in die Heide. Damit lässt sich der Hubert nämlich gern besänftigen. Nur für den Notfall. Man weiß ja nie … (Julia Schulz)

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