Kind macht offenbar sexy: Sitatunga-Baby Maisha mit Mama und Adoptiv-Papa Buddy im Kölner Zoo, sb
Sitatunga-Antilopennachwuchs im Kölner Zoo

18.06.2015

Zoo-Nachwuchs: Sitatunga-Antilope Maisha

Am 13. Mai 2015 kam das kleine Sitatunga-Mädchen Maisha (Kisuaheli für Leben) im Kölner Zoo zur Welt. Ihre Mama heißt Suri, übrigens genau wie die Tochter von Tom Cruise und Katie Holmes. Sie ist zwei Jahre alt und kam letztes Jahr im September aus Gelsenkirchen nach Köln: trächtig. Und weil der einzige Sitatunga-Bock Buddy im Kölner Zoo nicht der Vater ist, darf Maisha auch ausgewachsen in der kleinen Herde bleiben.

Als Deckungs-Tiere suchen Sitatungas in freier Natur den Schutz von Bäumen, hohem Gras oder Schilf. Nach der Geburt lassen die Mütter ihre Kleinen die ersten Wochen nach der Geburt gut getarnt liegen und kommen nur zum Säugen vorbei. Bei Maisha hat das nur drei Wochen gedauert. Heute springt das Kleine putzmunter durchs Gehege oder schmust mit Mama und dem Rest der Herde. Das zeigte Maisha beim Pressetermin am Donnerstag vor den Kameras der Fotografen.

Putzmunter spingt Sumpfantilopen-Mädchen Maisha durchs Gehege, sb
Sumpfantilopenbaby springt durchs Zoogehege

Wasserscheuer Adoptiv-Papa Budy

Bei ihrer Geburt wiegen Sitatungas etwa vier Kilogramm. Bereits rund einen Monat später hat sich ihr Gewicht verdoppelt. Nach einem halben Jahr ist dann Schluss mit Muttermilch. Danach gibts auch für die kleinen Maisha feste Nahrung. In der Wildnis fressen Sumpf-Antilopen Gras, Schilf, Kräuter, Blätter oder Wasserpflanzen. Die Antilopen-Damen im Kölner Zoo bevorzugen übrigens Gemüse, während der Buddy lieber beim Pressfutter bleibt. Am liebsten mögen jedoch alle Blätter, besonders wenn sie noch ganz jung und frisch sind.

Sitatungas, auch Wasserkühe, Sumpfantilopen oder Sumpfböcke genannt, kommen ursprünglich aus Zentral- und Westafrika. Zusätzlich gibt es einige Vertreter in Okavango-Delta in Botswana. In ihrer Heimat leben sie meist in Sumpfgebieten rund um Seen und Flüssen oder Sumpfwäldern. Mit Ihren langen spreizbaren Paarhufen sind sie bestens an ihre Umgebung angepasst. Die scheuen Tiere lieben Wasser. Besonders, wenn es dort Schilf gibt. Selbstredend sind sie tolle Schwimmer. Und bei Gefahr tauchen sie manchmal so tief unter Wasser - bis nur noch die Nasenspitze zum Atmen herausragt. Der Kölner Sitatunga-Bock Buddy hat davon allerdings nichts mitbekommen: Er ist wasserscheu und betritt den knapp einen Meter tiefen Teich im Gehege nie.

Sumpfbock Buddy kümmert sich liebevoll um seine Adoptiv-Tochter Maisha, sb
Sumpfbock mit Jungen im Kölner Zoo

Sitatungas in Niger schon ausgerottet

Ausgewachsene Weibchen wiegen zwischen 40 und 50 Kilo, Männchen können sogar bis zu 100 Kilogramm erreichen. Bereits im kommenden Jahr (nach 14 Monaten) ist Maisha geschlechtsreif und kann selber Junge bekommen. Im Kölner Zoo leben mit ihr insgesamt fünf Sitatunga-Antilopen - ein Bock und vier Weibchen. Die kleine Sumpfantilope ist bereits das 42 Sitatunga-Baby im Kölner Zoo. Das letzte Kälbchen kam 2012 in der Domstadt zur Welt.

Sumpfantilopen-Weibchen sind leuchtend rotbraun bis kastanienbraun mit einer markanten Zeichnung. An Seiten und Flanken tragen sie weiße Querstreifen und Sprenkel. Bocke hingegen sind graubraun bis schokoladenbraun und ein wenig zottlig. Sitatungas stehen nicht als gefährdete Art auf der Roten Liste. Dennoch nimmt der Bestand der im tropischen Teil Afrikas beheimateten Tiere ab. In Niger sind sie sogar vollständig ausgerottet. Denn Menschen zerstören dort nach und nach ihren Lebensraum. Außerdem jagen sie die grazilen Tiere, denn das Fleisch ist beliebt. Es schmeckt ähnlich wie hierzulande Reh. In Europa ist es allerdings so gut wie nicht erhältlich. Das liegt allerdings nicht etwa am Tierschutz, sondern an den strengen Veterinärbestimmungen der EU. (sb)

Bei Mama ist es am schönsten: Sitatunga-Baby Maisha mit Suri, sb
Sitatunga-Kuh mit Kälbchen

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