Blick in die Zukunft mit Frank Schätzing

Der Kölner Autor Frank Schätzing fasziniert Menschen auf der ganzen Welt mit seinen Romanen in einer Mischung  aus Fiktion, Wissenschaft und Krimi.

„Die beste Möglichkeit, die Zukunft vorauszusagen ist, sie zu erfinden.“ Das sagt Frank Schätzing (56) bei der Präsentation seines Romans „Limit“ 2009 im Ozeaneum in Stralsund. Seine silbergrauen Haare bilden einen Gegensatz zur dunklen Kleidung. Er lenkt die Blicke seiner Zuhörer auf die übergroße helle Leinwand hinter sich. Er spricht sein Publikum direkt an. Zeigt Filmszenen. Schätzing vermittelt den vielen Zuschauern einen lebendigen Eindruck von seinem neuen Buch. Das spielt im Jahr 2025. Es gibt Leben auf der Erde und dem Mond. Und eine Gefahr, die alle bedroht.

Der Kölner und das Meer

Bis 2004 ist dem Mitbegründer der Kölner Werbeagentur Intevi nicht bewusst, dass er mit Romanen so viele Menschen weltweit begeistern kann. Vor allem die Kölner Krimifans kennen ihn. Fünf lokale Krimis schreibt er über seine Geburtsstadt am Rhein. Hier lebt er mit seiner Frau Sabina Valkieser-Schätzing. Gerne hält er sich in seinem Stammlokal „Wippn’bk“ im Kölner Süden auf. Über sein Privatleben findet sich sonst nicht viel.  Selbst auf seiner Internetseite www.frank-schaetzing.com und auf der Facebook-Seite versteckt er sich hinter seiner Arbeit. Der studierte Kommunikationswissenschaftler ist Taucher und Musiker. Er liebt das Meer und die Natur. Der gedankenlose Umgang der Wirtschaft mit der Umwelt stört ihn. Er wechselt vom lokalen Krimi zum internationalen Wissenschaftsthriller. 2004 erscheint sein erster Erfolgsroman „Der Schwarm“ über eine Gefahr, die in den Tiefen der Ozeane lauert. Das Buch über die Bedrohung aus dem Meer gibt es inzwischen in 27 Sprachen.

Erfinder mit „Bootschaften“

Schätzing möchte unterhalten und aufrütteln. Zum Nachdenken anregen. Er erntet auch Kritik. Der Meeresbiologe Thomas Orthmann wirft ihm vor, für seinen Erfolgsroman mehrere Textabschnitte von seiner Internetseite abgeschrieben zu haben. 2005 stellte die Kölner Staatsanwaltschaft das Verfahren wegen Urheberrechtsverletzung wieder ein. Andere sehen ihn viel positiver. Ein Redakteur der „Zeit“ betitelt den Roman als „Raumschiff in eine andere Welt“. 2015 gibt es den Film zum Buch. Frank Schätzing erhält für seine Arbeit mehrere Preise. Seine Bekanntheit nutzt er auch für andere. 2012 engagiert er sich ehrenamtlich als „Bootschafter“ für die Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Sein Grund: „Ich liebe es, Helden zu erfinden. Die besten Geschichten werden allerdings von Helden geschrieben, die man nicht erfinden kann, weil es sie schon gibt. Die Seenotretter beispielsweise.“ Seinen Blick in die Zukunft  sieht er am Ende seiner Show in Stralsund durchaus mit Humor: „Glauben Sie niemandem, der Ihnen erzählen will, wie es im Jahr 2025 aussieht. Auch nicht, wenn er 1300 Seiten darüber schreibt. Er könnte ja Unrecht haben.“


Autorin: Julia Schmidt

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