Goldjunge Jonas Reckermann

Der ehemalige Beachvolleyballer Jonas Reckermann war zu seiner aktiven Zeit ein echtes Ausnahmetalent. Das Erfolgsjahr 2012 endete für ihn und seinen Partner Brink mit Deutschlands wichtigstem Medienpreis: dem BAMBI in der Kategorie Sport. Heute kommentiert er Spiele für den Sender Sky.


Ein letzter Blick zum Schiedsrichter – unfassbar, der Ball ist tatsächlich im Aus. Nach einem kurzen Atemstillstand auf dem Horse Guards Parade im Zentrum von London sinkt Jonas Reckermann (34) auf die Knie und umarmt seinen Mitspieler Julius Brink (31). Olympisches Gold für die Beach-Helden. Ein Lebenstraum wird wahr. "Das ist unglaublich, unbeschreiblich, ein unfassbares Spiel", sagt Reckermann. Reckermann liebt die Perfektion. Er war fünf Mal Deutscher Meister, drei Mal Europameister, Weltmeister und zuletzt sogar Goldmedaillen-Gewinner bei den Olympischen Spielen 2012 in London. So hat sich das Dreamteam in einem packenden Duell gegen die amtierenden Weltmeister Emanuel Rego und Alison Cerutti durchgesetzt.

Vom Fußball zum Volleyball

Jonas Karriere startete in den frühen 1980ern als Leichtathlet und Kicker in der Heimat Rheine. „Ich ging meinen Eltern zuhause nicht mehr so viel mit meiner überschüssigen Energie auf die Nerven“ schmunzelt Jonas. Und das, obwohl Vater Reckermann beruflich Sportlehrer ausbildet. Der  Junge träumt von einer Karriere als Profifußballer beim 1.FC Köln. Daraus ist zwar nichts geworden, aber das Interesse ist geblieben:  „Ich bin echt fußballverrückt und erkundige mich ständig nach den Fußballergebnissen“, lacht der ehemalige Profi. Ex-Nationaltorwart Toni Schumacher überreichte dem Olympiasieger im aktuellen Sportstudio sogar eine Dauerkarte für seinen Lieblingsclubs mit der Aufschrift „e levve lang“ und erfuhr: Vor über 20 Jahren hatte Jonas beim TV Jahn Rheine den ersten Ballkontakt und merkte, dass Volleyball sein Sport ist.

„Die schwierigste Entscheidung meines Lebens“

„Mein Körper und ich haben gemeinsam entschieden“. Fünf  Wochen nach dem goldenen Triumph im Zentrum Londons hat der Blockspezialist schweren Herzens Schluss gemacht. Der Rücken machte nicht mehr mit. Jonas beendete  seine Karriere. „Ich hätte gerne noch mit Julius weitergespielt und eine Titelverteidigung an der Copacabana wäre eine Riesensache gewesen“, erklärt Reckermann.

„Ich würde alles wieder so machen“

Familienglück mit seiner Frau Katja und seinem Sohn Emil (1), die letzte Examensprüfung seines 20-Semester-Lehramtsstudium und den aktuelle Job als Fernsehexperte bei Sky stehen mittlerweile im Fokus. In dieser Funktion bleibt der strukturierte Beach-Boy mit Weitblick dem Deutschen Beachvolleyball auch künftig treu und wird von allen Supercups sowie der Deutschen Meisterschaft in Timmendorf live berichten. Auch sein ehemaliger Partner wird er kritisch in Augenschein nehmen.

Wenn jetzt die Diskokugel auf dem Timmendorfer Center Court am Abend vor dem Herrenfinale erleuchtet, ist das Sandmännchen Jonas noch lange nicht in der Heia. Endlich darf er feiern und trinken was er will. Doch auch nach einer durchtanzten Nacht ist eine alte Gewohnheit geblieben: Zum Frühstück gibt es Nutella-Brot, laktosefreien Käse und eine große Tasse Kaffee.

Autorin Regina Kemper

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