Schnurrke ist nichts für Gassigeher und Katzenhaar-Allergiker, sab
Katzencafé Schnurrke in Köln

Café Schnurrke: Kölns kurioses Katzencafé

Seit Anfang 2014 gibt es in Köln ein Café mit ganz besonderem Konzept: Hier bekommen Gäste nicht nur Café und Kuchen - hier wohnen auch vier waschechte Katzen aus einem spanischen Tierheim. Besucher schätzen ihre beruhigende Aura und kommen zum Spielen oder Schmusen. Je nachdem, was die Katzen selbst gerade wollen – denn die haben natürlich ihren eigenen Kopf.

Wer das Katzencafé betritt, bemerkt gleich die am Eingang hängenden Verhaltensregeln. Gäste sollen als erstes darauf achten, dass die erste Tür geschlossen ist, bevor sie die zweite Zwischentür öffnen. Es soll ja keine Katze auf die Straße entwischen. Und Rücksicht den Tieren gegenüber ist gefragt. Auf der Fensterbank liegen Körbchen, Spielzeug verteilt sich auf dem Teppich und Katzenbäume stehen im Raum. An der Wand sind Laufstege angebracht, auf denen die Katzen in erhabener Höhe das Cafétreiben verfolgen können.
Speisen und Getränke werden aus Hygienegründen in einem getrennten Raum zubereitet, Wasser in geschlossenem Becher mit Strohhalm serviert.

Idee aus Asien: Auf einen Café mit Katzenfreunden

Die Atmosphäre im gemütlich eingerichteten Café ist heiter-entspannt. Ganz unterschiedliche Gäste kommen hierher. Jüngere genauso wie Lebenserfahrene – Katzenfreunde gibt es eben in jedem Alter. Ute etwa ist mit ihren beiden neun und zehn Jahre alten Enkelkindern gekommen. Sie hat im Internet vom Kölner Katzencafé erfahren und ist deshalb extra von Königsdorf nach Köln gekommen.

Die Idee stammt ursprünglich aus Asien. Dort gibt es seit einigen Jahren erfolgreiche Katzencafés. 1998 eröffnete das erste in Taiwan, nachdem der Besitzer ein paar Straßenkatzen in sein Café aufgenommen hatte. Sabrina Szabo hörte von diesem Konzept und war sich sicher: Das funktioniert auch in Deutschland. Von ihrem Plan bis zur Eröffnung dauerte es allerdings noch eine Weile. So waren zwei Konkurrenten in Berlin und München schneller und eröffneten 2013 die ersten Katzencafés in Deutschland. Anfang 2014 war es auch für Sabrina Szabo soweit. Die zierliche 34jährige, die davor als Managementassistentin bei einem Versicherungskonzern arbeitete, hat sich mit dem Katzencafé einen Traum erfüllt. Im Café Schnurrke spielt allerdings nicht die hübsche Besitzerin die Hauptrolle. Im Mittelpunkt stehen ganz klar die vier unterschiedlichen Katzenpersönlichkeiten. „Jede hat ihren speziellen Charakter.“, sagt Sabrina Szabo.

Ein Kater als Hahn im Katzenkorb

Einziger Kater und damit der Hahn im Katzenkorb ist der schwarz-weiß gefleckte Gino. Er ist der Ruhepol inmitten der Katzenladies. Die elegante cremefarben-weiß gemusterte Emma ist mit drei Jahren die älteste Katze im Café. Sie genießt es besonders, sich den Bauch kraulen zu lassen. Die getigerte Tiga ist zwei Jahre alt. Jüngste in der Katzenriege ist Betty. Dass sie in ihrem früheren Leben als spanische Straßenkatze einiges mitgemacht hat, erkennt man noch an ihrem leicht derangierten Schwanz. Sie ist aber wie die anderen Katzen eine soziale und menschenbezogene Mieze. Das war quasi Einstellungskriterium für die vier Tiere. Denn nicht jede Katze wäre als „Cafékatze“ geeignet. Es kommen ständig neue Menschen ins Zuhause der Katzen. „Eine ängstliche, schüchterne Katze wäre hier unglücklich.“, meint Sabrina Szabo.

Gerettet aus einem spanischen Tierheim

Sabrina Szabo im Café Schnurrke, sab
Cafe Schnurrke in Köln, Katze mit junger Besitzerin

Die vier Miezekatzen kommen aus einem spanischen Tierheim und wurden über die Tierhilfe Anubis e.V. vermittelt. Während alle anderen Katzen vermutlich „gewöhnliche“ Hauskatzen sind, ist Emma eventuell ein Siam-Mix. Aber sicher lässt sich das bei den ehemaligen Straßenkatzen nicht sagen. Falls es den vier Kätzchen doch einmal zu viel wird, können sie sich in einen etwa neun Quadratmeter großen privaten Ruheraum mit Katzenklos zurückziehen. Ein kleines Außengehege im Innenhof gibt es auch.  Die vier Katzen leben in den Räumlichkeiten des Café Schnurrke und sind auch nachts dort.  „Es gibt Stammgäste, die oft kommen und sicherlich auch ihre Lieblingskatze haben.“, sagt Sabrina Szabo. Sie selbst habe alle Katzen gleich lieb - wie eine Mutter ihre Kinder alle gleich lieb hat. Als echte Katzenfreundin hat sie zuhause außerdem zwei weitere Katzen.

Zutritt für Hunde verboten

Inzwischen hat Sabrina Szabo in ihrem Café einiges erlebt. Einmal kam eine Frau mit Hund ins Café spaziert. Die Katzen waren gerade entspannt eingeschlafen und reagierten deshalb nur verzögert – ein Glück für den Hund! Denn die Miezen hatten bereits Angriffshaltung angenommen und einen kampftypisch dickbauschigen Schwanz bekommen. Sabrina Szabo bat die Frau zu gehen und es kam nicht zu Blessuren. So süß sie auch aussehen – Hunde mögen sie nicht, die müssen draußen bleiben.

Keine Frage: Für alle KatzenliebhaberInnen ohne Hundebegleitung und ohne Katzenallergie lohnt sich ein Besuch in dem gemütlichen kleinen Café. Wer danach noch wichtige Termine hat, sollte sich allerdings gut überlegen, ob er das Café betritt. Laut der Besitzerin kam es schon mehrmals vor, dass Gäste Termine hatten, die sie dann spontan abgesagt haben, weil gerade eine Katze auf ihrem Schoß eingeschlafen war. (sab)

Das Video zum Katzencafe


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