Barbarisch und brüllkomisch, die Zeichnungen von Ralf König
Titelausschnitt aus Elftausend Jungfrauen von Ralf König

Elftausend Jungfrauen von Ralf König

Kölns kultiger Comic-Zeichner Ralf König hat mit diesem Titel eine Art "Die bewegte Uschi" hingezaubert. Domstädter und nicht nur die sind höchst amüsiert. Denn die Legende von den Elftausen Jungfrauen stammt aus der Zeit um 300 nach Christus.

Die Story, schräg nachempfunden und abgeändert von Ralf König: Die bretonische Königstochter Ursula will partout nicht den Barbaren Aetherius aus Britannien und schippert nach einer heiligen Eingebung lieber nach Rom. Mit an Bord: 11.000 Jungfrauen. Auf der Rückreise wird es vor Colonia dramatisch. Die Hunnen kommen. Und weil sonst nichts los ist, sorgen sie für Uschis Martyrium. Mission ewige Jungfernschaft erfolgreich beendet. Die Kölner haben seither eine Heilige und Stadtpatronin. Ralf König ist der Sache in seinem Buch "Elftausend Jungfrauen" gewohnt pietätlos auf den Grund gegangen, überraschendes Ende inklusive.

Bretonischer Pfannkuchen und schwuler Barbaren-Prinz

Schön ist Ursula nicht in Königs Comic. "Sie sieht aus wie ein Pfannkuchen in Schockstarre!", weiß der Bote am engelländischen Königshof zu berichten. Kurze Beine, große Füße, Hühnerhals, aber runde Möpse und ein breites Becken. Das reicht für den heidnischen König.

Sohnemann Aetherius lässt sich derweilen vom Stallpersonal durchvögeln. Er steht auf kräftige behaarte Männer. Mit Weibern hat er nichts im Sinn. Er gesteht seine Neigungen. Papa ist begeistert. Sein Sohn! Ein echter Barbare mit anständigen Werten! Bleibt die Sache mit dem Thronerbe. Aber auch dafür hat Papa schnell eine Lösung parat: "Steig ich mal selber kurz drüber!!".

Sado-Maso-Nonnen und schwule Hunnen

Und dann ist da natürlich das Begleitpersonal der Reise: sexuell frustrierte Sado-Maso-Nonnen, Mönche mit homosexuellen Neigungen und11.000 gackernde Jungfrauen. Der Heilige Vater in Rom ist ein notgeiler Föttchesföhler und die Hunnen sind gar keine richtigen Hunnen.

Die Schwuppen, trägt der Kölner OB Kardinal Pfeiffner zu, feiern nämlich Anfang Juni einen heidnischen Regenbogenkult. Die sind anderseröm und sehen halt nur wie gefährliche Hunnen aus. Doch da trifft das Schiff mit Ursula und ihrem Gefolge ein. In Köln kommt es zum Showdown: 11.000 aufgekratze, hormongesteuerte Jungfrauen treffen auf eine riesige Schwulenhorde ...

Fazit

Elftausend Jungfrauen, das ist König in Bestform. Seine Figuren verleihen der alten Legende ordentlich Pfeffer. Und wer sich an Nippelklemmen, Peitschen und Co. nicht stößt, erlebt auf 192 Seiten ein prächtiges Schau- und Lesevergnügen. Einziger Wermutstropfen: Die Zeichnungen sind leider alle in schwarz/weiß und die (Hand-)Schrift ist etwas schwierig zu entziffern. Ansonsten ist das Buch aus dem Rowohlt Verlag ein Muss für König-Fans, Kölner und alle, die nicht zum Lachen in den Keller gehen. (sb)

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